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Immobilien: Serielles Bauen für mehr Wohnraum

Nie zuvor wurde so viel gebaut wie in den vergangenen Monaten. Trotzdem fehlen vor allem in Ballungsgebieten bezahlbare Wohnungen. Serielles Bauen und Hochhäuser sollen Abhilfe schaffen.

Obwohl viel gebaut wird, mangelt es noch immer an Immobilien - besonders in Großstädten.

Obwohl viel gebaut wird, mangelt es noch immer an Immobilien - besonders in Großstädten.

(München, 08.08.2017) Schnell, günstig und trotzdem qualitativ hochwertig bauen – so wollen das Bundesbauministerium, Verbände der Wohnungswirtschaft, Architekten und Bauindustrie den Mangel an Immobilien beseitigen. Das soll mithilfe des sogenannten "seriellen Bauens" umgesetzt werden. Planer und Bauunternehmer arbeiten mit Modulen, die in großen Serien und dadurch kostengünstiger hergestellt werden. Das Bundesbauministerium und der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen haben mit der Bundesarchitektenkammer und der Bauindustrie – beide Partner aus dem Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen – ein europaweites Ausschreibungsverfahren gestartet.

"Im Unterschied zur üblichen getrennten Ausschreibung von Planungs- und Bauleistungen sollen in der vorliegenden Ausschreibung Planungs- und Bauleistungen aus einer Hand abgefragt werden", so Marcus Becker, Vizepräsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) über das Konzept. Verbunden damit sei das erklärte Ziel, die Effizienzvorteile einer partnerschaftlicheren Projektbearbeitung von Planern und Bauunternehmen auszuloten. Auf diese Weise soll der Einsatz standardisierter Bauteile im großen Maßstab ermöglicht werden. "Industrielle Bauweisen kommen bislang noch zu wenig zum Zuge, weil häufig die Voraussetzungen einer wirtschaftlichen Auftragsgröße nicht erfüllt sind", stellt Bundesbauministerin Barbara Hendricks bei der Präsentation der Ausschreibungsinitiative fest. "Wir wollen, dass das standardisierte Bauen den Rohbau und auch Ausbaukomponenten schnell und preiswert macht und dass die Baukultur dabei nicht verloren geht." GdW-Päsident Axel Gedaschko erhofft sich damit "Zeitersparnis beim Bau, reduzierte Baukosten, eine hohe architektonische und städtebauliche Qualität sowie die Berücksichtigung baukultureller Belange".

Ein zweites Konzept gegen den Mangel an Immobilien ist das Bauen in die Höhe – das geht aus einer aktuellen Studie des Immobilienunternehmens JLL durch das Analysehaus bulwiengesa hervor. Darin kommen die Analysten zu dem Schluss, dass begehrte Städte wie Berlin und Frankfurt zunehmend von Hochhäusern geprägt sein werden. Allerdings betont JLL, dass Wohnhochhäuser von heute nichts mehr mit den Trabantenstädten der 70er Jahre zu tun hätten: "Die Wohnriesen entstehen in den Zentren der Städte, in begehrten Lagen und verfügen über eine vorzügliche bis luxuriöse Ausstattung." Insofern bringen sie keine Entlastung im preiswerten Wohnungssegment. Bis 2018 entstünden in Deutschland 9.770 Wohnungen in 79 Wohnhochhäusern, davon seien 60 Prozent der Immobilien Eigentumswohnungen. Berlin führe die Liste mit 2.700 Hochhauswohnungen in 19 Projekten an.


Redaktion: Joachim Hoffmann