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Immobilienexperten sehen regionale Preisblasen

In einigen Ballungsgebieten sind die Immobilienpreise stark angestiegen. Bundesbank und KfW sehen diese Entwicklung kritisch und befürchten nun eine Überhitzung einzelner Märkte.

Frankfurt

(München, 21.04.2016) Ob die in jüngster Vergangenheit stark gestiegenen Immobilienpreise in Deutschland erste Anzeichen einer Blasenbildung sind, wird derzeit kontrovers diskutiert. Mit der Bundesbank und der KfW haben sich zwei öffentliche Geldinstitute zu Wort gemeldet und sich in Bezug auf die künftige Preisentwicklung in einzelnen Regionen skeptisch gezeigt.

So warnt die KfW in ihrem aktuellen Investbarometer vor einem erhöhten Risiko regionaler Immobilienpreisblasen. Als Grund nennen die Analysten, dass auf einigen Märkten im vergangenen Jahr die Immobilienpreise stärker gestiegen sind als die Mieten, was derzeit zu einem Rückgang der durchschnittlichen Mietrenditen führt. "Ein Teil der Investoren scheint darauf zu spekulieren, bei anhaltender Wohnraumknappheit weitere Mieterhöhungen durchsetzen zu können", schreiben die KfW-Analysten. Darüber hinaus ist die Aufnahme von Wohnungsbaukrediten durch private Haushalte im Jahr 2015 um 22 Prozent gestiegen. Ob sich damit regionale Immobilienpreisblasen aufblähen, bleibe zu beobachten.

Auch die Bundesbank behält die derzeitige Entwicklung an den deutschen Immobilienmärkten kritisch im Blick. Mit Sorge betrachtet Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret ebenso wie die KfW das steigende Volumen an Immobilienkrediten. "Ich sehe erste Wolken am Horizont aufziehen", so Dombret in einem Interview mit der Online-Ausgabe des SPIEGEL. Vorbeugend gegen eine Blasenbildung am Immobilienmarkt sei derzeit jedoch noch die Tatsache, dass die Banken ihre Standards bei der Kreditvergabe nicht gesenkt hätten.


Redaktion: Magdalena Lindner