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Immobilienmarkt 2017: Branche blickt mit gemischten Gefühlen ins neue Jahr

Auf dem Immobilienmarkt laufen die Geschäfte gut, doch die Zukunftserwartungen haben sich eingetrübt. Das zeigt der aktuelle Immobilien-Index des Instituts der Deutschen Wirtschaft.

Die Branche sieht die Zukunft des Immobilienmarktes nicht ungetrübt.

Die Branche sieht die Zukunft des Immobilienmarktes nicht ungetrübt.

(München, 27.12.2016) Die Immobilienbranche blickt mit gemischten Gefühlen ins Jahr 2017: Laut dem Immobilien-Index des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) meldet die Branche zwar sehr gute Stimmungswerte bei der aktuellen Geschäftslage auf dem Immobilienmarkt, blickt jedoch wenig optimistisch in die Zukunft.

Allerdings zeigt der IW-Immobilien-Index im vierten Quartal 2016 unterschiedliche Stimmungslagen auf dem Immobilienmarkt - je nach Segment. Besonders stark eingetrübt hat sich die Stimmung bei Unternehmen, die im Bereich Handelsimmobilien aktiv sind. Dort hat sich im Vergleich zum Vorquartal der Stimmungsindex bei den Zukunftserwartungen um 16,4 Punkte verschlechtert. Guter Dinge sind hingegen Wohnungsbauunternehmen, deren Zukunftserwartungen um 3,5 Stimmungspunkte positiver sind als drei Monate zuvor.

Neben den Marktzinsen, für die die Mehrzahl der befragten Unternehmen eine Wende erst im Jahr 2018 oder später erwartet, beeinflussen auch politische Faktoren die Erwartungen der Branche für den Immobilienmarkt. So stehen im kommenden Jahr wichtige Wahlen in den Niederlanden, in Frankreich und in Deutschland an. Dazu komme, dass die Politik des neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump schwer vorhersehbar sei, schreibt IW-Immobilienanalyst Michael Voigtländer im Kommentar zum Immobilien-Index. Insgesamt sei zu erwarten, dass die Globalisierung einen Rückschritt machen werde. Doch davon könne unter Umständen die inländische Immobilienbranche profitieren, meint Voigtländer: "Im Vergleich zur Investition in Unternehmen könnte die Investition in deutsche Immobilien unter vielen Anlegern als die attraktivere Option wahrgenommen werden."

Tobias Just, Leiter der IREBS Immobilienakademie an der Universität Regensburg, macht unterdessen darauf aufmerksam, dass die für 2017 vorhergesagte Neubautätigkeit trotz Wachstums im langfristigen Vergleich noch immer auf niedrigem Niveau befindet: "Tatsächlich entspricht das für 2017 erwartete Fertigstellungsvolumen nicht einmal dem langjährigen Mittelwert für die letzten 25 Jahre." Als mögliche Risikofaktoren, die sich im kommenden Jahr negativ auf die Immobilienkonjunktur auswirken könnten, nennt Just unter anderem eine Abschwächung der Wirtschaft in China und einen Rückgang der Zuwanderung. Insgesamt sei 2017 aber eher mit weiter steigenden Preisen auf dem Immobilienmarkt zu rechnen.


Redaktion: Thomas Hammer