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Immobilienmarkt: Beim Leerstand geht die Schere auf

Der Immobilienmarkt in Deutschland zeigt große regionale Unterschiede. Zwar befindet sich der Wohnungsleerstand bundesweit laut einer aktuellen Studie auf einem Rekordtief. Doch auf den zweiten Blick zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen in Metropolregionen und auf dem Land.

Immobilienmarkt in Deutschland: Die Leerstandsquote ist auf dem Land ganz anders als in der Stadt.

Immobilienmarkt in Deutschland: Die Leerstandsquote ist auf dem Land ganz anders als in der Stadt.

(München, 20.12.2016) Die Zahl leerstehender Wohnungen ist ein wichtiger Indikator am Immobilienmarkt: Je mehr Wohnraum unvermietet bleibt, umso größer ist die Gefahr eines Überangebots - und umgekehrt ist ein rückläufiger Leerstand ein klares Anzeichen für eine hohe Nachfrage nach Mietwohnungen bei gleichzeitig knappem Angebot.

Für das Bundesgebiet zeigt der vom Marktforschungsinstitut empirica veröffentlichte CBRE-empirica-Leerstandsindex einen klaren Trend am Immobilienmarkt: Die Leerstandquote ist seit neun Jahren konstant rückläufig und hat mit 3,0 Prozent ein neues Rekordtief erreicht. Berücksichtigt werden bei der Analyse des Leerstands nur sogenannte marktaktive Wohnungen, die in einem bewohnbaren Zustand sind und kurz- bis mittelfristig vermietet werden können.

Allerdings gibt es auf dem Immobilienmarkt in Deutschland große regionale Unterschiede. So ist der Leerstand in München auf 0,2 Prozent gefallen, den größten prozentualen Rückgang verzeichnet Leipzig mit minus 4,4 Prozentpunkten auf 5,3 Prozent Leerstand. Auf der anderen Seite gibt es auch Städte wie Pirmasens oder Wilhelmshaven, in denen der Anteil leerstehender Wohnungen von 2010 bis Ende 2015 zugenommen hat. Als Sorgenkind sehen die Autoren der Marktanalyse ländliche Regionen, in denen sowohl die Wirtschaftskraft als auch die Bevölkerungszahl schrumpft. "Außerhalb der Wachstumsregionen haben wir heute schon mehr als 300.000 marktaktive Leerstände, bis 2020 könnte sich diese Zahl weiter verdoppeln", heißt es im empirica-Kommentar zum aktuellen Indexstand.

Auch der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen warnt vor einem Ausbluten wirtschaftsschwacher Regionen bei gleichzeitiger Wohnungsknappheit und drastisch steigenden Miet- und Kaufpreisen in den Metropolen. In einem Zehn-Punkte-Plan fordert der Verband für den Immobilienmarkt gezielte Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität schrumpfender Regionen. Unter anderem soll die Nahversorgung gestärkt, das Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln verbessert und die Versorgung mit Breitband-Internet ausgebaut werden. GdW-Präsident Axel Gedaschko fordert eine konzertierte Aktion: "Mit einer gemeinsamen Strategie müssen alle Akteure auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene daran arbeiten, lebendige Zentren in den Schrumpfungsregionen zu erhalten und eine volkswirtschaftlich unrentable Überkonzentration unserer Bevölkerung in den Wachstumsregionen zu verhindern."


Redaktion: Thomas Hammer