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Immobilienmarkt: Demografie hat großen Einfluss auf Immobilienpreise

Der Gutachterausschuss in Bayern hat den Immobilienmarkt im Freistaat näher betrachtet. Die darin enthaltenen Daten sollen der Landesregierung eine fundierte Basis für ihre Entscheidungen bei der Städte- und Infrastrukturplanung liefern.

Immobilienmarkt Bayern: Hohe Immobilienpreise in München

Immobilienmarkt in Bayern: Hohe Immobilienpreise München

(München, 23.06.2016) Mit einer umfassenden Datensammlung hat der Obere Gutachterausschuss des Freistaats Bayern den Immobilienmarkt in Bayern genauer analysiert: Das Gremium, das vom Bayerischen Innen- und Bauministerium eingerichtet wurde, hat nun einen detaillierten Bericht zum regionalen Immobilienmarkt vorgelegt. Präsentiert wurde der "Immobilienmarktbericht Bayern" Anfang dieser Woche vom bayerischen Innen- und Bauminister Joachim Herrmann.

Untersucht wurden mehr als 150.000 Grundstückstransaktionen, die im Jahr 2015 in Bayern abgewickelt worden waren. Dabei zeigte sich im Vergleich zum Jahr 2011 bei der Anzahl der Transaktionen ein Rückgang von 3,2 Prozent, während der Umsatz um 13 Prozent auf 36,1 Milliarden Euro zulegte. Daraus lasst sich "eine deutliche Preissteigerung des Gesamtimmobilienmarktes" ablesen, schreiben die Gutachter in ihrem Bericht. Umgerechnet pro Einwohner betrug der Umsatz in Oberbayern 4.667 Euro, am anderen Ende des Skala liegt Unterfranken mit einem Pro-Kopf-Umsatz von 1.083 Euro.

Der Gutachterausschuss befasste sich auch mit den Zusammenhängen zwischen Demografie und Preisentwicklung bei Immobilien. Ergebnis: In Regionen mit schrumpfender Bevölkerung fielen die Grundstückspreise von 2011 bis 2014 um knapp fünf Prozent, während sie sich in Regionen mit Bevölkerungszuwachs um 15 bis fast 60 Prozent erhöhten.

Bayerns Innen- und Bauminister Herrmann betrachtet den Marktbericht als wichtige Basis für die künftige Planung und betont: "Die Daten sind eine wichtige Grundlage für Entscheidungen im Bereich der Politik, Wirtschaft und Verwaltung." Darüber hinaus zeige der Bericht, dass zumindest in Bayern angesichts einer durchschnittlichen jährlichen Immobilienpreissteigerung von drei Prozent zwischen 2000 und 2015 eine Blasenbildung bei den Immobilienpreisen nicht in Sicht sei.

Weitere Studien von Maklerverbänden und Forschungsinstituten bestätigen die Preissteigerungen vor allem in Großstädten und Ballungszentren. So hatte zum Beispiel eine Untersuchung vom Immobilienverband Deutschland (IVD) hohe Kaufpreise und eine geringe Erschwinglichkeit von Immobilien in München herausgestellt

Der "Immobilienmarktbericht Bayern" soll künftig im Zwei-Jahres-Rhythmus erscheinen, so dass auch in Zukunft möglichst aktuelle Daten zur Verfügung stehen sollen. Die nächste Ausgabe ist für Ende Juni 2018 geplant.


Redaktion: Britta Barlage