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Immobilienmarkt: Neue Schwarmstädte ziehen junge Menschen an

Sind Berlin und München noch die beliebtesten Anziehungspunkte für junge Menschen, die einen Umzug planen? Neueste Studien sehen die Metropolen eher auf dem absteigenden Ast, während neue Mittelstädte von der Wanderungsbewegung profitieren. Das hat Konsequenzen für den Immobilienmarkt.

Schwarmstädte: Erfurt ist ein Beispiel für eine Stadt, die vermehrt junge Menschen anzieht.

Schwarmstädte: Erfurt ist ein Beispiel für eine Stadt, die vermehrt junge Menschen anzieht.

(München, 19.04.2018) Junge Menschen ziehen gerne in Städte, in denen der Anteil ihrer Altersgruppe an der Bevölkerung bereits vergleichsweise hoch ist – und beeinflussen dort den Immobilienmarkt. Städte, die junge Menschen in Schwärmen anziehen, werden auch als "Schwarmstädte" bezeichnet. Typische Beispiele sind Studentenstädte wie Freiburg, aber auch Metropolen wie Hamburg oder Frankfurt.

Problematisch für jüngere Zuzügler seien inzwischen die hohen Mietpreise in den etablierten Schwarmstädten, berichtet das Immobilienportal Immowelt unter Berufung auf eine aktuelle Analyse, in der die Entwicklung der Mieten in 39 Schwarmstädten untersucht wurde. So liegen die Mieten pro Quadratmeter in Freiburg und Hamburg schon im Schnitt bei mehr als 11 Euro, in München sogar bei gut 17 Euro. "Nicht zuletzt deswegen weichen junge Menschen vermehrt auf bezahlbare Alternativen aus", berichten die Studienautoren von Immowelt.

Davon profitieren vor allem Städte im Osten wie Magdeburg, Schwerin oder Erfurt, wo die Mietpreise deutlich unter 10 Euro pro Quadratmeter liegen. Im Süden Deutschlands sind derzeit Fürth, Bamberg und Passau dabei, sich als neue Schwarmstädte mit günstigen Wohnkosten zu etablieren. Ausschlaggebend für die Attraktivität einer Stadt für jüngere Menschen sind laut Immowelt Faktoren wie Universitäten, moderne Jobangebote und ein reges kulturelles Leben.

Laut einer aktuellen Studie zum Immobilienmarkt in Großstädten des Marktforschungsinstituts Empirica im Auftrag der KfW sind München und Berlin derzeit sogar dabei, ihren Status als Schwarmstadt zu verlieren. So sei die Zuwanderung aus Westdeutschland nach Berlin zuletzt stark gesunken und aus Ostdeutschland könne praktisch keine Zuwanderung mehr in die Hauptstadt verzeichnet werden. München profitiere derzeit fast nur noch von Zuzüglern aus dem Ausland, während sich der Zu- und Wegzug inländischer Einwohner in etwa die Waage halte.

Damit sei zu beobachten, dass sich die Wanderungsbewegung jüngerer Menschen zunehmend aufgefächert habe. Statt wie noch vor einigen Jahren in wenige Metropolen führen nun die Umzüge eher in eine größere Anzahl an Mittelstädte, heißt es bei den Empirica-Marktforschern, die daraus als Schlussfolgerung ableiten: "Der Schwarm zieht weiter."


Redaktion: Thomas Hammer

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