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Immobilienmarkt: Preisentwicklung im Fokus

Kommen schon bald erste Preiskorrekturen am Immobilienmarkt? Die Frage, ob ein Ende der Preisspirale in Sicht ist, beschäftigt viele Marktbeobachter.

Immobilienmarkt Berlin: Experten halten einen Trendbruch für möglich.

Immobilienmarkt Berlin: Experten halten einen Trendbruch für möglich.

(München, 20.02.2017) Wie lange der Anstieg der Immobilienpreise noch anhalten könnte, ist eine vieldiskutierte Frage. Peter Ache, Geschäftsstellenleiter des Arbeitskreises der Gutachterausschüsse, geht aktuell von einer anhaltend hohen Nachfrage aus. Auch ein leichter Zinsanstieg würde seiner Ansicht nach die hohe Nachfrage nach Häusern und Wohnungen kaum dämpfen - auch wenn die Preise in den gefragten Lagen einiger Metropolen überhitzt seien.

Das aktuelle Frühjahrsgutachten des Zentralen Immobilienausschusses (ZIA), der die Interessen verschiedener Verbände aus der Bau- und Immobilienwirtschaft bündelt, prognostiziert ein mögliches Ende des Preisanstiegs am Immobilienmarkt in einigen Metropolen. In manchen Städten sei zu beobachten, dass die Neubautätigkeit an Fahrt aufgenommen habe, während die Zuwanderung abnehme, berichten die Gutachter. So seien etwa in Berlin immer größere Projekte mit mehreren Tausend Wohnungen in Planung, im Bau oder bereits in der Vermarktung. Auf der anderen Seite sei dort mittlerweile ein rückläufiger Wanderungsgewinn zu verzeichnen.

Dies könne dazu führen, dass die Neuvertragsmieten nicht weiter steigen. Weil sich die aktuellen Kaufpreise jedoch trotz Rekord-Niedrigzinsen nur mit weiter steigenden Mieterträgen rechtfertigen lassen, könnten stagnierende Mieten zu einer Korrektur bei den Immobilienpreisen führen, erläutert Harald Simons, Mitglied im vom ZIA initiierten Rat der Immobilienweisen. Von dieser Entwicklung seien auch weitere Städte betroffen, meint Simons: "Nach unserem Dafürhalten ist in Berlin sicherlich, in München wahrscheinlich und in Hamburg und Frankfurt möglicherweise mit einem Trendbruch bei den Kaufpreisen zu rechnen."

Nicht nur in den Metropolen, sondern auch in mittelgroßen Städten waren starke Preissteigerungen zu beobachten. Eine Auswertung des Immobilienportals Immowelt zeigt, dass in etlichen Mittelstädten die Kaufpreise für Eigentumswohnungen von 2011 bis 2016 extrem gestiegen sind. So verzeichnen Landshut und Offenburg einen Preisanstieg von jeweils 74 Prozent. Noch teurer ist der Wohnungskauf in Rosenheim geworden: Dort haben sich innerhalb von fünf Jahren die Preise mit einem Zuwachs von 95 Prozent fast verdoppelt.

Dass sich allerdings die Kaufpreise vielerorts dynamischer entwickeln als die Mieten, zeigen einige Untersuchungen. So hat der Immobilienverband Deutschland IVD (Süd) gerade im Preisspiegel für Baden-Württemberg bei den Mieten deutlich niedrigere Zuwachsraten als bei den Kaufpreisen festgestellt.


Redaktion: Thomas Hammer / Britta Barlage