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Immobilienmarkt: Wenn steigende Preise auf niedrige Zinsen treffen

Der Immobilienmarkt ist angespannt, die Nachfrage hoch. Bei gleichzeitig niedrigen Zinsen reagieren viele Kaufinteressenten laut einer aktuellen Studie mit geänderten Finanzierungsplänen.

Viele Kaufinteressenten schweifen aufgrund angespannter Verhältnisse auf dem Immobilienmarkt von ihrem Finanzierungsplan ab.

Viele Kaufinteressenten schweifen aufgrund angespannter Verhältnisse auf dem Immobilienmarkt von ihrem Finanzierungsplan ab.

(München, 29.09.2016) Viele Kapitalanleger passen aufgrund der hohen Preise auf dem Immobilienmarkt und dem derzeitigen Niedrigzinsumfeld ihre Pläne für eine Finanzierung an - das zeigt das aktuelle Immobilienbarometer von ImmobilienScout24 und Interhyp. Im Rahmen der Umfrage wurden im Juli insgesamt 3.974 Interessenten von Kaufimmobilien befragt. Aufgrund der sich verändernden Parameter auf dem Immobilienmarkt hat sich auch die Objektsuche der Interessenten gewandelt. Das zeigt sich vor allem in dem wichtigen Kaufkriterium "Lage": Ein Drittel der befragten Kaufinteressenten suchen aufgrund der Preisanstiege Immobilien in einer günstigeren Lage, während lediglich 24 Prozent der Hauskäufer Abstriche bei der Größe der Immobilie machen. Außerdem verschiebt nur jeder Fünfte den Immobilienerwerb in der Hoffnung auf niedrigere Preise in der Zukunft. Zum Thema Lage erklärt Jan Hebecker, Leiter Märkte & Daten bei ImmobilienScout24: "Für Anleger bieten sehr gute und gute Lagen die größte Wertsicherheit, da sie eine hohe Nachfrage nach sich ziehen".

Viele Kaufinteressenten wollen eigene Geldreserven für den Kauf nutzen: Der Großteil der Befragten plant, knapp zehn Prozent mehr Eigenkapital in die Finanzierung einzubringen als noch 2015. Bei der Frage nach der richtigen Eigenkapitalhöhe gebe es aber keine einfache Faustregel, so Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG. Der Baufinanzierungsexperte rät: "Hier muss man jeden Fall einzeln analysieren und die beste Lösung je nach der individuellen Situation des Interessenten finden. Klar ist jedoch, je geringer das eingebrachte Eigenkapital, desto höher der zu zahlende Zins."

Außerdem kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die allgemeine Situation des Immobilienerwerbs vermehrt als schlecht befunden wird. Innerhalb von nur einem Jahr stieg die negative Grundstimmung der Befragten von 23,4 Prozent auf 30,6 Prozent. Eigennutzer sind hierbei pessimistischer als Kapitalanleger. Ein Ende dieser Stimmung sehen zudem mehr als zwei Drittel noch nicht: 65,4 Prozent der Kaufinteressenten glauben, dass sich die Situation am Immobilienmarkt innerhalb des nächsten halben Jahres nicht ändern wird.

Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden hat in den letzten Jahren stetig zugenommen, berichtete die Bausparkasse Schwäbisch Hall in einer aktuellen Pressemitteilung. Während jeder fünfte Deutsche den Kauf einer Immobilie plant, besitzen laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag der Bausparkasse Schwäbisch Hall bereits 43 Prozent der Befragten eine Kaufimmobilie. Die Nachfrager auf dem Immobilienmarkt sind demnach vor allem junge Menschen: Besonders hoch ist der Wunsch nach einem Eigenheim bei den bis 29-Jährigen. In dieser Altersgruppe planen 60 Prozent der Befragten den Erwerb einer Immobilie. Bei den 30- bis 39-Jährigen sind es noch 41 Prozent, während nur noch 15 Prozent der 40- bis 49-Jährigen den Kauf eines Eigenheims planen. 36 Prozent der Befragten haben sich allerdings gegen einen Hauskauf entschieden. Hier spiegeln sich die hohen Immobilienpreise wider: 68 Prozent der Befragten gaben an, sich aufgrund der Leistbarkeit gegen den Erwerb entschieden zu haben, während der Kauf für 40 Prozent am Kriterium der zu hohen Immobilienpreise scheiterte.


Redaktion: Sharon Schießler