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Immobilienpreise in Ost und West: Deutsche Einheit am Immobilienmarkt?

Wie ist es mit der Deutschen Einheit auf dem Immobilienmarkt bestellt? Was die Immobilienpreise und die Baufinanzierung angeht, gibt es regionale Unterschiede. Zwischen Ost und West, zwischen Nord und Süd - aber vor allem zwischen Stadt und Land.

Im Osten Deutschlands sind die Immobilienpreise oft niedriger als im Westen - auch nach 26 Jahren Deutsche Einheit.

Im Osten Deutschlands sind die Immobilienpreise oft niedriger als im Westen - auch nach 26 Jahren Deutsche Einheit.

(München, 30.09.2016) Kurz vor dem Tag der Deutschen Einheit stellen sich viele die Fragen nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Den Markt für Baufinanzierungen und die Immobilienpreise hat der Baugeldvermittler Interhyp kürzlich deutschlandweit beleuchtet. Das Ergebnis: Es gibt große regionale Unterschiede. Aber neben dem Gefälle zwischen Ost und West gibt es auch eines zwischen dem Norden und dem Süden sowie zwischen städtischen und ländlichen Regionen.

Die Immobilienpreise sind vor allem in den südlichen Bundesländern und in den Metropolen relativ hoch: In Bayern und Hessen zahlen Immobilienkäufer und -bauherren im ersten Halbjahr 2016 durchschnittlich über 350.000 Euro für ihre Immobilie. In den Regionen Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und auch im Saarland liegen die Kaufpreise im Gegensatz dazu durchschnittlich bei unter 250.000 Euro. Genauer betrachtet wurden acht Metropolen: Berlin, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart. Die höchsten Kaufpreise verzeichnet Interhyp in München. 2016 beträgt der durchschnittliche Kaufpreis in der bayerischen Landeshauptstadt rund 626.000 Euro. Sehr hoch sind die Preise auch in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt am Main und Stuttgart, preiswerter sind Wohnungen im Durchschnitt in Dresden und Berlin. Die hohen Kaufpreise in den Metropolen führen aber nicht dazu, dass sich die Käufer überproportional verschulden: Der Anteil der Finanzierung am Kaufpreis ist oft niedriger als im bundesweiten Durchschnitt von 73,7 Prozent. Er liegt beispielsweise in München bei 66,4 Prozent und in Hamburg bei 68,8 Prozent.

Vor allem in den Metropolen sind die Immobilienpreise hoch

Auch nach einem aktuellen Bericht des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) bleiben die Immobilienmärkte in Deutschland gespalten - aber vor allem zwischen Stadt und Land. Der Wohnungsbau in Großstädten und im Umland von Ballungszentren halte mit der wachsenden Nachfrage kaum Schritt. Dort fehlen oftmals preisgünstige Wohnungen. Preisrückgänge, Leerstand und die Gefährdung der Wirtschaftlichkeit des Immobilienbesitzes seien die Folge. In Regionen abseits der Ballungsräume sei das Angebot dagegen weitaus größer als die Nachfrage. Im Umkreis der Großstädte nahmen die Baugenehmigungen in jüngster Zeit aber zu. "Angesichts der hohen Preise in den Kernstädten suchen sich immer mehr Bauherren bezahlbarere Alternativen außerhalb der Großstädte", so BBSR-Direktor Harald Herrmann.


Redaktion: Britta Barlage