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Immobilienpreise legen auch außerhalb der Großstädte deutlich zu

Die Immobilienpreise steigen nicht nur in den Ballungszentren. Laut einer aktuellen Marktstudie haben die Preise für gebrauchte Eigenheime zum Beispiel in Niedersachsen teilweise um mehr als zehn Prozent angezogen.

Immobilienpreise in Niedersachsen: Laut einer aktuellen Studie im Höhenflug.

Immobilienpreise in Niedersachsen: Laut einer aktuellen Studie vielerorts im Höhenflug.

(München, 03.01.2017) Insgesamt sind die Immobilienpreise in Deutschland weiter gestiegen. Wie der Immobilienverbrand IVD im Deutschland-Trend "Wohneigentum 2016/2017" berichtet, sind die Wohnungspreise im Deutschland-Mittel 2016 im Bestand mit mittlerem Wohnwert um gut sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Ein deutlicher Preisanstieg mit im Schnitt fast zehn Prozent sei vor allem bei Bestandswohnungen in Großstädten zu verzeichnen.

Dass die Preise auch abseits der großen Metropolen gestiegen sind, zeigt eine neue Studie für Niedersachsen von der Bausparkasse LBS Nord, die das Marktforschungsinstitut empirica mit der Auswertung von Verkaufsangeboten in niedersächsischen Tageszeitungen und Online-Immobilienportalen beauftragt hat. Demnach befinden sich die Preise für freistehende Häuser in Niedersachsen auf einem Höhenflug.

Am stärksten haben sich der Studie zufolge die Preise für Eigenheime im Landkreis Vechta verteuert. Dort betrug seit 2013 die durchschnittliche jährliche Preissteigerungsrate 14 Prozent. Knapp dahinter folgt der Kreis Gifhorn mit einem Durchschnittszuwachs von jährlich 12 Prozent. Die Stadt Braunschweig verbucht 11 Prozent Teuerung, Osnabrück und der Kreis Lüchow-Dannenberg kommen auf eine Preissteigerung von jährlich 10 Prozent. Doch es gibt in Niedersachsen auch eine Region, in der noch wenig vom Immobilienboom zu spüren ist: Im Landkreis Holzminden sind die Hauspreise um durchschnittlich drei Prozent pro Jahr gesunken, und der mittlere Verkaufspreis für Eigenheime aus zweiter Hand beträgt dort nur 91.000 Euro.

Bei der Höhe der Verkaufspreise liegt allerdings auch in Niedersachsen eine Großstadt an der Spitze: die Landeshauptstadt Hannover. Der mittlere Angebotspreis für gebrauchte Einfamilienhäuser beträgt 419.000 Euro, das entspricht zehn durchschnittlichen Jahresnettoeinkommen. Hier ist auch die Bandbreite der verlangten Preise besonders groß: Je nach Lage, Größe und Zustand wurden die Häuser zu Preisen zwischen 297.000 und mehr als 800.000 Euro ausgeschrieben. Im Umland von Hannover liegt der mittlere Verkaufspreis bei 300.000 Euro. "Durch den großen Nachholbedarf im Neubau gerät der Gebrauchtimmobilienmarkt immer stärker unter Druck. Die Folge sind weiter steigende Preise", so das Fazit von Rüdiger Kamp, Vorstandsvorsitzender der LBS Nord.

Für Hannover sieht die dortige Industrie- und Handelskammer (IHK) in ihrem aktuellen Lagebericht zum regionalen Immobilienmarkt einen zunehmenden Mangel an Wohnungen. Hannover habe heute 25.500 Einwohner mehr als im Jahr 2010, was einem Zuwachs von fünf Prozent entspreche, heißt es dort. Weil jedoch im gleichen Zeitraum nur 3.950 neue Wohnungen fertiggestellt worden seien, bestehe großer Bedarf an neuem Wohnraum.


Redaktion: Thomas Hammer