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Immobilienpreise: Steigende Kosten für Bauherren und Käufer

Die Immobilienpreise in Deutschland sind hoch - und aufgrund steigender Kaufnebenkosten, wie der Grunderwerbsteuer, verteuert sich der Immobilienerwerb in Deutschland je nach Bundesland zunehmend. Generell ist ein Anstieg der Immobilienpreise in Metropolen zu verzeichnen.

(München, 19.07.2016) Seit die deutschen Bundesländer die Grunderwerbsteuer selbst festsetzen, hat sich die Steuerbelastung beim Hauskauf fast verdoppelt. Insgesamt wurde die Grunderwerbsteuer - über alle Bundesländer gerechnet - seitdem bereits 25-mal angehoben. Laut Interhyp summieren sich damit die Kaufnebenkosten, zu denen Maklergebühren, Notarkosten und Grunderwerbsteuern gerechnet werden, je nach Region auf rund 9 bis 16 Prozent des eigentlichen Objektpreises.

Kaufnebenkosten

Je nach Bundesland liegt die Grunderwerbsteuer aktuell zwischen 3,5 und 6,5 Prozent. Im Jahr 2015 wurde die Grunderwerbsteuer bereits im Saarland, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg auf 6,5 Prozent angehoben, in Schleswig-Holstein bereits 2014. In Thüringen ist der Anstieg von 5 auf 6,5 Prozent zum 1. Januar 2017 bereits beschlossen. Nun diskutieren auch die Politiker in Baden-Württemberg über eine mögliche Anhebung. Laut Interhyp lag der durchschnittliche Immobilienkaufpreis im vergangenen Jahr in Deutschland bei rund 320.000 Euro, in Thüringen bei etwas mehr als 238.000 Euro. "Eine Erhöhung der Grunderwerbsteuer um 1,5 Prozent, wie in Thüringen beschlossen, bedeutet damit eine zusätzliche Belastung von rund 3.600 Euro", so Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG.

Bisher fanden Käufer im Süden im Vergleich zum Norden ein eher niedriges Umfeld bezüglich der Kaufnebenkosten vor. Brandenburg, Berlin und Schleswig-Holstein bilden die Hochburgen der Kaufnebenkosten: Hier betragen diese 15 bis 16 Prozent des Objektpreises.

Die steigenden Kaufnebenkosten treffen in Großstädten und Ballungszentren derzeit auf ein ohnehin anziehendes Preisumfeld. So zeigt der aktuelle Deloitte Property Index, dass die Preise in deutschen Metropolen angestiegen sind. Als teuerste Städte werden hier München, Frankfurt, Hamburg und Berlin identifiziert. Michael Müller, Partner und Leiter Real Estate bei Deloitte, erklärt hierzu, dass die Preise in den Metropolen Deutschlands derzeit "nur eine Richtung" kennen.

Im internationalen Vergleich sei der Anstieg der Immobilienpreise in Deutschland allerdings eher moderat - im Gegensatz zu Irland, Spanien, Ungarn und den Niederlanden, so Deloitte. Das höchste Kaufpreisniveau finde man derzeit in Großbritannien, Frankreich und Irland. Nirgendwo in Europa seien die Rahmenbedingungen so günstig wie in Deutschland. Deloitte begründet das damit, dass ein deutscher Häuslebauer im Schnitt 3,2 Jahresgehälter aufwenden muss, um seinen Wohntraum zu verwirklichen, während Ungarn, Iren, Italiener, Franzosen, Polen und Briten deutlich länger sparen müssen.


Redaktion: Sharon Schießler