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Immobilienpreise: Trotz Steigerungen erschwinglicher

Die Immobiliepreise sind zwar stark gestiegen, dennoch sind Wohnungen und Häuser in Deutschland erschwinglich wie nie, zeigen aktuelle Studien.

Immobilienpreise in München sind gestiegen

Erschwinglichkeit im Check: Die Immobilienpreise in München sind hoch, die Erschwinglichkeit vergleichsweise gering

(München, 13.06.2016) Vor allem in Großstädten wie München, Hamburg oder Berlin sind die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren stark gestiegen, wie Studien von Maklerverbänden und Forschungsinstituten regelmäßig zeigen. Dennoch berichtet der Immobilienverband Deutschland IVD, dass Immobilien derzeit so erschwinglich seien wie nie. Der sogenannte IVD-Erschwinglichkeitsindex hat mit einem Wert von 140,42 einen Höchststand erreicht. Laut IVD zeigt ein hoher Indexwert eine gute Erschwinglichkeit an.

Angesichts der hohen Preise, die derzeit auf den Wohnungsmärkten der Großstädte verlangt werden, ein erstaunliches Ergebnis. Wie kommt es dazu? In den IVD-Erschwinglichkeitsindex fließen die Immobilienpreise, aber auch die Lohnentwicklung und das Zinsniveau zusammen. Hauptgründe für die hohe Erschinglichkeit seien das historisch tiefe Zinsniveau für Immobilienfinanzierungen sowie die vergleichsweise stark gestiegenen Löhne. Die monatliche Belastung durch den Immobilienkredit ist geringer geworden - deshalb sind Immobilien stark nachgefragt. "Wer jetzt eine passende Immobilie gefunden hat, sollte auch schnell sein. Wir beobachten, dass attraktive Objekte nicht lange am Markt sind", sagt IVD-Präsident Jürgen Michael Schick.

Der Frage der Erschwinglichkeit von Immobilien gehen auch andere Institute nach - beispielsweise Deutsche Bank Research. Im Marktausblick Baufinanzierung führt DB Research regelmäßig ebenfalls einen Erschwinglichkeitsindex auf. Darin fließen die Kosten des Immobilienerwerbs inklusive Finanzierungskosten sowie das verfügbare Haushaltseinkommen ein. Auch dieser zeigt trotz gestiegener Hauspreise eine höhere Erschinglichkeit als in vergangenen Jahren.

Kürzlich hatte das Forschungsinstitut empirica einen Erschwinglichkeitsindex veröffentlicht, in den Miet- und Kaufpreise, Zinsen für Immobilienkredite und regionale Einkommen einfließen und der den Vorteil des Kaufs einer Wohnung gegenüber der Miete ausweist. Laut empirica ist Kaufen von Bestandswohnungen im bundesweiten Durchschnitt zwar günstiger als Mieten. Allerdings müsse auch eine angemessene Tilgung des Wohnungskredits herangezogen werden - und bei einer höheren Tilgung verringere sich der Kaufvorteil. Insbesondere in Großstädten wie zum Beispiel München sei Kaufen dann nur erschwinglicher, wenn man sich für eine etwas kleinere Wohnung als beim Mieten entscheidet.

München greift auch der IVD als Beispiel für geringe Erschwinglichkeit heraus: Den niedrigsten Indexwert und damit die geringste Erschwinglichkeit halte im Vergleich der Großstädte München mit einer Punktzahl von 56,3. "Der Münchner Immobilienmarkt ist seit Jahren unangetastet der teuerste in Deutschland", so IVD-Präsident Schick.


Redaktion: Magdalena Lindner