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Immobilienpreise überholen Einkommen

In vielen Großstädten in Deutschland sind in den vergangenen fünf Jahren die Immobilienpreise stärker gestiegen als die Einkommen. Besonders hoch sind die Preise in begehrten Lagen wie München. Das zeigen aktuelle Studien.

Immobilienpreise in München sind im regionalen Vergleich sehr hoch

(München, 26.04.2016) Für viele Bundesbürger ist der Immobilienkauf in jüngster Vergangenheit teurer geworden. Das gilt auch dann, wenn bei dieser Betrachtung die Einkommenssteigerungen berücksichtigt werden. Eine aktuelle Marktanalyse der Postbank zeigt: In 32 von insgesamt 36 Großstädten Deutschlands sind zwischen 2010 und 2015 die Kaufpreise für Wohnungen stärker gestiegen als das Durchschnittseinkommen.

Besonders groß ist die Diskrepanz in München. In der bayerischen Landeshauptstadt waren 2015 laut Postbank-Studie 15 durchschnittliche Netto-Jahreseinkommen für den Kauf einer 100-Quadratmeter-Wohnung nötig, 2010 waren es noch rund neun Jahreseinkommen. Auch in Stuttgart, Hamburg und Mainz liegt die Steigerung der Immobilienpreise deutlich höher als die Zunahme der Einkommen.

Selbst im Osten Deutschlands, wo der Wohnungsmarkt weitaus weniger angespannt ist als in anderen Regionen, hängen die Immobilienpreise das Einkommen ab. Lediglich in Chemnitz liegt die Preissteigerungsrate unter dem Einkommenszuwachs. Bei den Großstädten in den alten Bundesländern haben in Gelsenkirchen, Duisburg und Wuppertal die Immobilienpreise weniger stark zugelegt als das durchschnittliche Einkommen.

Besonders stark ist der Aufwärtstrend bei den Kaufpreisen in begehrten Top-Lagen, wo mancherorts die Preise in schwindelerregende Höhen geklettert sind. In München seien Einfamilienhäuser kaum noch unter einer Million Euro zu haben, berichten die Immobilienexperten der bayerischen Sparkassen-Finanzgruppe. Als einen der Gründe der anhaltenden Preissteigerungen sehen die Sparkassen-Analysten auch die vermehrten Kaufaktivitäten von internationalen Investoren. Und die, so berichten die Sparkassen-Experten, sind in München im Vergleich zu London oder Paris noch immer günstig.

Eine gefährliche Blasenbildung auf dem Immobilienmarkt sehen die Experten trotz der weiter steigenden Preise in München und Umgebung aber nicht. "Aktuell können wir in Bayern das Risiko einer zum Platzen drohenden Preisblase nicht erkennen", sagt Paul Fraunholz, Geschäftsführer der Sparkassen-Immobilien. Wer beim Kauf auf eine gute Lage des Objektes achte und den Angebotspreis von einem seriösen Fachmann prüfen lasse, erhalte mit der Immobilie eine attraktive Wertanlage.


Redaktion: Franziska Buß