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Immobilienpreise und Mieten: Anstieg auch außerhalb der Städte

Immobilienpreise und Mieten sind auch im Jahr 2018 weiter gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommen die Bundesbank und Immobilienexperten.Im Unterschied zu den Vorjahren betrifft die Verteuerung nicht mehr nur die Metropolen, sondern auch kleine und mittlere Städte.

Die Bundesbank in Frankfurt bestätigt die anhaltend steigenden Immobilienpreise und teurere Mieten für 2018.

Die Bundesbank in Frankfurt bestätigt die anhaltend steigenden Immobilienpreise und teurere Mieten für 2018.

(München, 21.02.2019) Auch 2018 waren für Wohnimmobilien teilweise erheblich höhere Preise zu zahlen als im Vorjahr. "Die Preissteigerungen waren dabei regional breit angelegt", berichtet die Deutsche Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht. "Während der nach wie vor besonders hohe Preisauftrieb bei Wohnimmobilien in den deutschen Städten etwas nachgab, zogen die Immobilienpreise außerhalb der städtischen Gebiete im Vergleich zu den Vorjahren verstärkt an." Hauptgrund hierfür sei, dass die Neubautätigkeit mit der Nachfrage immer noch nicht mithalten könne. Unter Berufung auf Erhebungen der Firma bulwiengesa beziffern die Bundesbanker den Preisanstieg für städtische Wohnimmobilien auf 8,5 Prozent, in den sieben Metropolen Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf sogar auf 9,5 Prozent. Dabei sei bei städtischen Wohnungen ein leichtes Nachlassen der Dynamik zu verzeichnen gewesen, bei städtischen Häusern jedoch habe sich der Preisanstieg beschleunigt. Die Immobilienexperten registrieren parallel dazu eine verstärkte Abwanderung ins Umland. "Angesichts des mittlerweile überaus hohen Preisniveaus bei Eigentumswohnungen und Häusern in den Städten passt es ins Bild, dass sich die Wohnraumnachfrage teilweise auf das Umland verlagerte und dort die Preissteigerungen tendenziell verstärkte", kommentiert die Bundesbank.

Wie die Immobilienpreise steigen auch die Mieten: So seien die Neuvertragsmieten in den Städten im Jahr 2018 im Schnitt um 3,75 Prozent gestiegen und damit deutlich weniger als in den Jahren zuvor. Auch in den sieben großen Metropolen sei der Mietanstieg mit 4,0 Prozent moderater ausgefallen als zuvor. "Analog zur Preisentwicklung bei selbstgenutztem Wohnraum zogen die Mieten außerhalb der städtischen Gebiete an." Mit 4,75 Prozent Wachstum liegt dabei ein deutlich stärkerer Anstieg vor.

Auch der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) hat eine Verlagerung des Immobilieninteresses "in das preisgünstigere Umland" registriert. Die Immobilienpreise für selbst genutztes Wohneigentum seien 2018 im Jahresdurchschnitt um 7,7 Prozent (2017: 5,8 Prozent) gestiegen, die für Mehrfamilienhäuser um 9 Prozent (2017: 7,9 Prozent).

Der Zentrale Immobilienausschuss ZIA sieht die gestiegenen Kosten für den Immobilienkauf und bei den Mieten als "Ergebnis eines weiterhin zu knappen Wohnungsangebots", wie ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner bei der Vorstellung des ZIA-Frühjahrsgutachtens kritisierte. Dies habe die Politik zu verantworten, die "die falschen Signale" setze. "Sie verschärft das Mietrecht, sie droht sogar vereinzelt mit Enteignungen beziehungsweise zieht willkürlich Vorkaufsrechte bei Wohn- und Wirtschaftsimmobilien – ohne die negativen Auswirkungen zu bedenken." Der Neubau werde, so Mattner, "völlig vernachlässigt". Er forderte mehrere Maßnahmen, um die Nachfrage nach Wohnraum besser bedienen zu können: "die Erhöhung der linearen [steuerlichen Abschreibung] AfA, die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung, die Senkung der Grunderwerbsteuer, die Beschleunigung von Planungs- und Baugenehmigungszahlen."


Redaktion: Joachim Hoffmann

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