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Immobilienpreise: Wohnungskauf ist noch immer günstiger als mieten

Obwohl die Immobilienpreise zuletzt vielerorts stärker gestiegen sind als die Mieten, sieht das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer aktuellen Studie Eigenheimerwerber weiterhin im Vorteil.

Wohnungskauf: Trotz hoher Immobilienpreise lohnt sich der Kauf gegenüber dem Mieten, so eine aktuelle Studie.

Wohnungskauf: Trotz hoher Immobilienpreise lohnt sich der Kauf gegenüber dem Mieten, so eine aktuelle Studie.

(München, 05.12.2016) Nach einigen Jahren anhaltenden Preisauftriebs an den Immobilienmärkten und zum Teil sehr hoher Immobilienpreise in den Ballungszentren hat sich das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer aktuellen Studie mit der Frage befasst, ob sich an den Märkten mittlerweile Spekulationsblasen gebildet haben. Maßstab bei der Untersuchung war die Frage, ob der Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum im Vergleich zur Miete einen langfristigen Kostenvorteil bringt.

Im bundesweiten Schnitt zeigt die Analyse, dass sich aus dem Erwerb von Wohneigentum trotz der derzeitigen Immobilienpreise im Vergleich zur Miete ein Kostenvorteil von 41 Prozent ergibt. Während die Kosten für Mieter hauptsächlich aus der Monatsmiete resultieren, hat das IW die Kosten für Eigentümer anhand eines komplexen Modells errechnet, das unter anderem die Erwerbs- und Kaufnebenkosten, die Finanzierungszinsen, den Instandhaltungsaufwand und die Wertentwicklung des Grundstücksanteils berücksichtigt.

Die regionale Betrachtung auf Ebene von Landkreisen und kreisfreien Städten zeigt, dass die Kostenvorteile für Eigentümer zwischen 13 und 67 Prozent schwanken. Hohe Vorteile für Käufer sind vor allem in ostdeutschen Landkreisen und Städten wie Rostock oder dem Kreis Wittenberg zu beobachten, wo die Immobilienpreise vergleichsweise günstig sind. Doch selbst in Großstädten, wo die Kaufpreise zuletzt weitaus stärker gestiegen sind als die Mieten, lohnt sich der Erwerb der eigenen vier Wände. So hat das IW für das Stadtgebiet München einen Käufervorteil von 34 Prozent ermittelt, in Hamburg kommen Käufer sogar um 47 Prozent günstiger weg als Mieter. Geringere Vorteile haben Käufer gegenüber Mietern zum Beispiel in einigen Landkreisen und Städten in der südlichen Hälfte Bayerns.

Es zeige sich, dass die überwiegende Mehrheit der Eigentümer eine deutlich höhere Zinsbelastung tragen könne, ohne dass das Wohnen im Eigenheim unvorteilhaft werde, führen die Studienautoren aus und schließen daraus: "Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Relation der Kosten beider Wohnformen keine Überhitzung des Wohnungsmarktes signalisiert."

Auch das Analystenhaus FERI EuroRating Services sieht derzeit trotz der stark gestiegenen Preise keine Anzeichen für eine Blasenbildung am deutschen Wohnimmobilienmarkt. Nur in einzelnen Regionen sei eine Zunahme der Überhitzungsgefahr bei den Immobilienpreisen zu beobachten. Als Abhilfe empfiehlt Manfred Binsfeld, Teamleiter Immobilienmarktresearch bei FERI, eine Ausweitung des Immobilienangebots, um den Preisanstieg zu dämpfen: "Es ist das Gebot der Stunde, dass der Wohnungsneubau gefördert wird."


Redaktion: Thomas Hammer