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Immobilienpreise: Zwölf Jahre Zuwachs

Die Immobilienpreise steigen immer weiter - und in bestimmten Segmenten ist der Anstieg in kleineren Städten sogar kräftiger als in den Metropolen. Dennoch sehen Experten keine Gefahr für eine Preisblase.

Hohe Immobilienpreise: Auch in ländlichen Gebieten sind Preissteigerungen messbar.

Hohe Immobilienpreise: Auch in ländlichen Gebieten sind Preissteigerungen messbar.

(München, 06.02.2017) Im Jahr 2016 sind die Immobilienpreise in Deutschland zum zwölften Mal in Folge gestiegen. Das gab das Marktforschungsunternehmen bulwiengesa bei der Vorlage der aktuellen Zahlen zum bulwiengesa-Immobilienindex bekannt. Nicht nur in den Ballungsräumen, sondern bis weit in ländliche Gebiete hinein seien deutliche Preissteigerungen messbar, so das Fazit der Marktforscher.

Insgesamt haben sich Immobilien im vergangenen Jahr um 4,2 Prozent verteuert, bei reinen Wohnimmobilien betrug der Anstieg sogar 5,5 Prozent. Zum zwölften Mal in Folge habe damit der Index ununterbrochen zugelegt, in den vergangenen sechs Jahren sogar mit Steigerungen von mehr als 3,5 Prozent, berichtet bulwiengesa. Damit liege der Zuwachs bei den Immobilienpreisen deutlich oberhalb der allgemeinen Inflationsrate, die im Jahr 2016 lediglich 0,5 Prozent betragen habe.

Dabei zeigt sich unabhängig von der Größe der Städte ein differenziertes Bild. Während die Preise für Neubau-Reihenhäuser in den Metropolen, die auch als A-Städte bezeichnet werden, mit einem Zuwachs von 8,8 Prozent besonders stark gestiegen sind, holen kleinere Städte bei den Kaufpreisen für Eigentumswohnungen auf. In diesem Preissegment verzeichnen D-Städte, zu denen beispielsweise Reutlingen und Lüdenscheid zählen, mit 7,9 Prozent den höchsten Preisanstieg aller Größenklassen.

Trotz der gestiegenen Immobilienpreise sieht das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) keine Gefahr einer Immobilienblase. Unter Berücksichtigung der Kaufkraftentwicklung liegen die realen Häuserpreise heute auf gleichem Niveau wie in den 1980er Jahren, rechnet das IW vor. Darüber hinaus sei die durchschnittliche Höhe der Immobilienkredite in den vergangenen Jahren langsamer angestiegen als die Einkommen, sagt IW-Immobilienanalyst Michael Voigtländer und betont: "Die Haushalte sind also tendenziell immer geringer verschuldet."


Redaktion: Thomas Hammer