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IW-Studie hilft Kapitalanlegern bei Immobilienauswahl

Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) lässt Rückschlüsse auf künftige Leerstandsrisiken in einzelnen Landkreisen zu. Das kann Kapitalanlegern bei der Immobilienauswahl helfen.

Baustelle mit Bauarbeitern

(München, 2. September 2015) In einer aktuellen Studie hat das in Köln ansässige Institut der deutschen Wirtschaft die Entwicklung am Wohnungsmarkt unter die Lupe genommen. Eine Besonderheit dabei ist, dass die Marktforscher den prognostizierten Bedarf an neuen Wohnungen der aktuellen Bauvorhaben gegenübergestellt haben. Die daraus gewonnenen Daten lassen erkennen, ob sich die Neubautätigkeit im Einklang mit dem Bedarf befindet oder ob zukünftig Ungleichgewichte am Markt in Form von erhöhtem Leerstand oder zunehmender Wohnungsnot zu erwarten sind.

Trotz der im Durchschnitt ansteigenden Immobilienpreise sind in einzelnen Städten und Landkreisen teilweise drastische Unterschiede zu erkennen. Während an manchen Standorten weitaus weniger neue Wohnungen gebaut werden als eigentlich benötigt, herrscht in anderen Regionen ein Überangebot an Neubauten, woraus ein steigendes Risiko an zukünftigem Leerstand resultiert. Selbst innerhalb kurzer räumlicher Distanzen können Wohnungsnot und Leerstandsrisiko eng benachbart sein. So wurden beispielsweise im Main-Spessart-Kreis im Jahr 2014 insgesamt 316 Wohneinheiten fertiggestellt, während der Bedarf nur auf jährlich 94 neue Wohneinheiten geschätzt wird. Umgekehrt stellt sich die Situation im östlich angrenzenden Main-Kinzig-Kreis dar, wo einem Neubau von 984 Wohneinheiten ein prognostizierter Bedarf von 1.302 Wohneinheiten gegenüber steht.

Die Daten hat das IW in einer interaktiven Karte zusammengefasst, in der für jeden Landkreis und jede kreisfreie Stadt die Neubau- und Bedarfszahlen ausgewiesen sind. Für diejenigen, die den Erwerb einer vermieteten Immobilie als Kapitalanlage erwägen, kann die Datensammlung Aufschluss über das zu erwartende Leerstandsrisiko geben: Je niedriger die Neubauzahlen im Vergleich zum Bedarf, umso besser stehen die Chancen, dass sich ein Mieter für die Wohnung findet - natürlich unter der Voraussetzung, dass die weiteren Faktoren wie Lage, Bauzustand, Ausstattung und Mietpreis den Erwartungen des Marktes entsprechen.

Redaktion: Magdalena Lindner