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Kauf- und Mietpreise steigen moderater

Laut aktueller Studien sollen die Preise für Mieten und Immobilien langsamer steigen. Eine Entspannung des deutschen Immobilienmarkts ist aber vorerst nicht in Sicht.

Berlin Mitte

(München, 12.10.2015) Nach einer aktuellen Analyse des Immobilienverbands Deutschland (IVD) ist ein bundesweiter Anstieg der Mietpreise von etwas weniger als drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten. Die Kaufpreisanstiege liegen unter Vorjahrsniveau. Die Spitzenreiter sind hier nach wie vor die Großstädte, in denen die Kauf- und Mietpreisanstiege weiter am höchsten sind. So wurde in Metropolen mit mehr als 500.000 Einwohnern ein Kaufpreisanstieg von rund 6,5 Prozent für Bestandswohnungen ermittelt, während im Vorjahr noch rund 9 Prozent ermittelt wurden. "Wir erleben zwar weiter deutliche Preisanstiege, die Intensität geht aber zurück", sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des IVD. Auch die Mieten steigen nicht mehr ganz so stark: "Die Anstiege bei den Mieten sind im Vergleich zu den vergangenen Jahren deutlich moderater, trotz der angekündigten Einführung der Mietpreisbremse", so Schick.

Auch die aktuelle Marktkonferenz-Studie Immobilien der HSH Nordbank bestätigt, dass die Dynamik der vergangenen fünf Jahre bei Wohnpreisen und Mieten in Zukunft nicht mehr erreicht wird. Demnach wird die Wohnungsnachfrage besonders durch den Zuzug junger Menschen in die Großstädte stimuliert, jedoch weniger als in den letzten fünf Jahren. Verstärkend wirke sich hingegen die hohe Zahl der Flüchtlinge aus, die mittelfristig eher in die Ballungsräume ziehen werden. Laut HSH Nordbank wird die Zahl der deutschen Haushalte bis 2020 um rund drei Prozent steigen.

Laut IVD ist der deutsche Immobilienmarkt aufgrund der robusten Wirtschaft und den vergleichsweise hohen Renditen sowie der politischen Unwägbarkeiten im Ausland für Investoren weiterhin als sicherer Hafen anzusehen. Da die spürbar anziehende Bautätigkeit den jährlichen Wohnungsbedarf nicht auffangen werde, bleibe die angespannte Lage der großstädtischen Wohnungsmärkte trotz der jetzt etwas langsamer steigenden Preise bestehen.


Redaktion: Magdalena Lindner