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KfW: Förderung von Solarspeicher erst wieder 2017 möglich

Die Mittel aus dem Förderprogramm für Solarspeicher der KfW-Bank sind für dieses Jahr aufgebraucht. Wie das Kreditinstitut mitteilt, können Förderanträge für das Programm 275 "Erneuerbare Energien - Speicher" wieder ab Januar 2017 gestellt werden. Die Industrie stellt teilweise den Sinn der Speicherförderung generell in Frage.

Photovoltaik-Förderung der KfW erst wieder 2017 möglich.

Photovoltaik-Förderung der KfW erst wieder 2017 möglich.

(München, 09.12.2016) Die große Nachfrage hat dazu geführt, dass die Mittel des im März 2016 neu aufgelegten KfW-Programms 275 "Erneuerbare Energien – Speicher" bereits seit Oktober aufgebraucht sind. Bauherren, die sich eine Photovoltaikanlage mit Speicher zulegen wollen, sollten deshalb die Planung so ausrichten, dass der Förderantrag im Januar 2017 gestellt wird, wenn wieder Gelder im Fördertopf vorhanden sind.

Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung sind populär. Zwar ist die lange Jahre lukrative Einspeisevergütung für den ins Netz geleiteten Strom stark zurückgegangen, doch kann mit entsprechender Technik der Eigenverbrauch (zum Beispiel für Wärmepumpe, Waschmaschine oder Trockner) optimiert werden, um so die Stromrechnung niedrig zu halten. Eine wichtige Komponente für den maximalen Eigenverbrauch des selbst erzeugten Solarstroms sind Speicherbatterien. Deshalb hat die KfW-Bank das Förderprogramm 275 "Erneuerbare Energien – Speicher" ins Leben gerufen. Dieses lief Ende 2015 aus, doch wurde es im März 2016 auf Betreiben des Bundeswirtschaftsministeriums in modifizierter Form verlängert. Bauherren erhalten einen zinsgünstigen Kredit und einen Tilgungszuschuss. Das Programm stellt somit eine Ergänzung zu KfW 270 "Erneuerbare Energien – Standard" dar, das zinsgünstige Darlehen für die Anschaffung einer Photovoltaikanlage bereithält. Die Mittel für das Programm 270 sind nicht erschöpft.

Interessenten sollten daher darauf achten, dass sie den Förderantrag für einen Stromspeicher möglichst früh im Jahr 2017 stellen, um sicherzugehen, in den Genuss der Förderung zu kommen. Das hat einen weiteren Vorteil: Denn bis zum 30.06.2017 beträgt die Höhe des Tilgungszuschusses 19 Prozent, vom 01.07. bis 31.12.2016 16 Prozent und ab 01.01.2018 nur noch 13 Prozent.

Philipp Schröder, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing der Sonnen GmbH, rechnet auch im kommenden Jahr mit einer unsicheren KfW-Förderung. "Auch 2017 wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis die staatlichen Zuschüsse wieder aufgebraucht sind", sagt er in einer Stellungnahme. Er stellt den Sinn von KfW 275 generell in Frage. "Eine Speicherförderung, die unberechenbar hin- und herspringt, hochkomplex ist und an der Realität vorbeigeht, braucht kein Mensch." Selbst als der Tilgungszuschuss noch bei 30 Prozent lag, hätten "im Jahr 2015 nur rund 40 Prozent aller Speicherkäufer die Speicherförderung in Anspruch genommen". Anhand eines Rechenbeispiels legt Schröder dar, dass die seiner Ansicht nach viel zu komplizierten Berechnungsmethoden von fehlerhaften Preisannahmen ausgingen. Außerdem sei die Förderung daran geknüpft, dass maximal 50 Prozent des erzeugten Stroms ins Netz geleitet werden dürfe. Durch diese Mängel schrumpfe der tatsächliche Nettozuschuss für den Verbraucher deutlich zusammen. Er rät Interessenten deshalb, lieber Rabattangebote und Sonderaktionen von Herstellern in Anspruch zu nehmen, die wesentlich unkomplizierter und lukrativer seien.


Redaktion: Joachim Hoffmann