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KfW: Sorge vor steigenden Zinsen hat Kreditnachfrage angetrieben

Die KfW und die LBS Bayern beobachten eine starke Zunahme der Finanzierungsnachfrage. Mit ein Grund ist offenbar, dass einige Bauherren steigende Zinsen befürchten und ihre Finanzierung vorziehen.

Die KfW meldet im Dezember eine erhöhte Finanzierungsnachfrage.

Die KfW meldet im Dezember eine erhöhte Finanzierungsnachfrage.

(München, 14.12.2016) Nach langen Rekord-Tiefstständen steigt nach Ansicht einiger Experten die Wahrscheinlichkeit eines leichten Anstiegs bei den Zinsen für Baufinanzierungen. So geht Günther Bräuning, Kapitalmarktvorstand bei der staatlichen Förderbank KfW, für das kommende Jahr von leicht höheren Finanzierungszinsen aus. Die Sorge vor steigenden Zinsen hat offenbar viele Immobilieneigentümer veranlasst, sich mit einem Antrag auf KfW-Förderkredite das derzeit günstige Zinsniveau zu sichern. So beobachtet Bräuning derzeit eine "kleine Dezember-Rally" bei den Förderanträgen und meinte dazu in Frankfurt vor Pressevertretern: "Deutsche geraten schnell in Panik, wenn es um Inflation und Zinsen geht."

Auch die LBS-Bausparkasse in Bayern verzeichnet derzeit eine verstärkte Nachfrage nach Sofortkrediten, mit denen Bauherren und Immobilienkäufer sich das derzeitige Zinsniveau für die gesamte Finanzierungslaufzeit sichern können und damit ein hohes Maß an Kalkulationssicherheit erzielen. "Die Anzeichen verdichten sich, dass Bauherren und Immobilienkäufer künftig wieder mit höheren Kosten bei der Finanzierung rechnen müssen", sagte LBS-Vorstandsvorsitzender Franz Wirnhier auf der Jahresabschluss-Pressekonferenz in München und wies darauf hin, dass der Referenzzinssatz für Interbankengeschäfte mit zehnjähriger Bindungsfrist zuletzt deutlich gestiegen sei.

Unterdessen plädiert Bundesbankpräsident Jens Weidmann für ein schrittweises Ende der überaus lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Kritisch sieht er vor allem das milliardenschwere Ankaufprogramm der EZB für Euro-Staatsanleihen: "Es kommt darauf an, klarzumachen, dass eine solche ultraexpansive Geldpolitik kein Dauerzustand sein darf."


Redaktion: Thomas Hammer