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Kleine Wohnungen im Trend

Immer mehr, aber immer kleinere Haushalte: Das ist nach Ansicht des Statistischen Bundesamtes der Trend für die nächsten Jahrzehnte. Damit wächst auch der Bedarf an kleinen Wohnungen vor allem in Ballungsräumen.

Kleine Wohnungen sind oft Mangelware.

Kleine Wohnungen sind oft Mangelware.

(München, 13.03.2017) Die Zahl der Haushalte in Deutschland und damit auch die Zahl der benötigten Wohnungen wird weiter kontinuierlich steigen. Das prognostiziert das Statistische Bundesamt in seiner aktuellen Haushaltsvorausberechnung. Der Hochrechnung zufolge dürfte bis zum Jahr 2035 die Zahl der Haushalte in Deutschland von derzeit 40,8 Millionen auf 43,2 Millionen ansteigen. Dies entspricht einem Zuwachs von 5,9 Prozent.

Nach Ansicht der Statistikexperten ist indes nur knapp ein Drittel des voraussichtlichen Zuwachses auf den Anstieg der Bevölkerungszahl zurückzuführen. Gut zwei Drittel der Steigerung seien dem anhaltenden Trend zu mehr Ein- und Zweipersonenhaushalten geschuldet, so das Statistische Bundesamt. Konkret geht die Hochrechnung davon aus, dass sich bis zum Jahr 2035 die durchschnittliche Zahl der Personen pro Haushalt von derzeit 2,00 auf 1,90 verringert. Schon jetzt sind Wohnungen für kleine Haushalte in vielen Ballungszentren Mangelware.

Darüber hinaus offenbart die Prognose große regionale Unterschiede. Während in den westdeutschen Flächenländern die Zahl der Haushalte um 7,0 Prozent und in den Stadtstaaten sogar um 13,2 Prozent wachsen soll, wird die Haushaltszahl der Flächenländer in den neuen Bundesländern voraussichtlich um 3,2 Prozent sinken.

Schon heute sei insbesondere in Ballungsgebieten der Mangel an kleinen Wohnungen für Ein- und Zweipersonenhaushalte stark ausgeprägt, berichtet das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW). So seien in Berlin durch die Neubautätigkeit von 2011 bis 2015 lediglich 21 Prozent und in Düsseldorf sogar nur 18 Prozent des Bedarfs an zusätzlichen Zweizimmerwohnungen gedeckt worden, schreibt das IW in einem Gutachten für die d.i.i. Deutsche Invest Immobilien. Als eine von mehreren Maßnahmen gegen den Mangel an Wohnungen empfiehlt das IW eine großzügigere Vorgehensweise bei der Genehmigung von Wohnraumerweiterungen: Die Kommunen "müssen sowohl Eigentümer als auch Investoren dabei unterstützen, Umbaumaßnahmen und Aufstockungen wie beispielsweise den Dachgeschossausbau durch Lockerungen von Verordnungen durchzuführen."


Redaktion: Thomas Hammer