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Maklerverband lässt Mietspiegelreform durchrechnen

Nach Plänen des Justizministeriums soll der Bezugszeitraum für die Mietspiegel-Berechnung erweitert werden. Eine Analyse hat ergeben, dass sich dadurch die Mietpreise zu Lasten von Vermietern reduzieren würden.

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(München, 09.02.2016) Bei der Finanzierung müssen Kapitalanleger Mietrenditen kalkulieren. Wie hoch die Miete ausfallen kann, wird auch vom Mietspiegel bestimmt. Mit einer Gesetzesnovelle plant das Bundesjustizministerium derzeit eine Reform bei den Vorgaben zur Berechnung von Mietspiegeln. Nach dem Willen des Ministeriums soll der Bezugszeitraum für die Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete von vier auf zehn Jahre ausgedehnt werden. In einer aktuellen Analyse hat der Maklerverband IVD durchrechnen lassen, in welchem Umfang sich die Mietspiegel ändern könnten, falls der Ministeriumsentwurf wie geplant in Gesetzesform gegossen werden sollte.

Das Center for Real Estate Studies an der Steinbeis-Hochschule Berlin hat die Berechnungen durchgeführt und dabei herausgefunden, dass sich die in den Mietspiegeln aufgeführten Durchschnittsmieten größtenteils reduzieren werden. Im Schnitt liege die Reduzierung bei rund 0,65 Euro pro Quadratmeter, so IVD-Präsident Jürgen Michael Schick bei der Vorstellung der Studienergebnisse. Die größte Differenz ergibt sich in München, wo bei der geplanten Neuberechnung die Mietspiegel-Quadratmeterpreise um 1,35 Euro sinken würden. Als einzige von 50 untersuchten Großstädten würde Duisburg eine leichte Erhöhung um 5 Cent pro Quadratmeter verbuchen.

Die in den Mietspiegeln aufgeführten Preise bilden die Basis für die Mietpreisbremse und werden häufig bei Streitigkeiten um die Höhe der Miete als Maßstab herangezogen. Der IVD befürchtet nun, dass die durch eine gesetzliche Neuregelung hervorgerufenen Preissenkungen für Vermieter eine finanzielle Belastung darstellen und sich negativ auf die Wertentwicklung von Wohnimmobilien auswirken könnten.

Dem Justizministerium wirft der IVD vor, mit einer gesetzlich geforderten Mietspiegel-Neuberechnung die Mietpreise zu manipulieren. "Die Bundesregierung versucht, einen Mietenstopp durch die Hintertür zu erwirken", moniert IVD-Präsident Schick. Er fordert, die Berechnungsweise der Mietspiegel nicht anzutasten und zur Verbesserung des Wohnungsangebotes für Mieter die Neubautätigkeit zu forcieren und die steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten für Vermieter zu verbessern.

Redaktion: Magdalena Lindner