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Mehr Baugenehmigungen, stagnierende Baupreise

Die Baukonjunktur zeigt sich 2020 bei der Zahl der Baugenehmigungen und beim Auftragseingang im Bauhauptgewerbe robust. Gleichzeitig stagnieren die Baupreise dank der gesenkten Mehrwertsteuer.

Durch die Mehrwertsteuersenkung profitieren die Bauherren. Die Baupreise sind seit 2019 konstant geblieben.

(München, 11. November 2020) Obwohl im August 2020 die Zahl der Baugenehmigungen um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurückging, fällt die Gesamtbilanz für 2020 bislang positiv aus. Von Januar bis August 2020 wurden 4,6 Prozent mehr Wohnungen genehmigt als im gleichen Zeitraum 2019, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Diese Zahlen umfassen Neu- und Bestandsbauten. Bei den Neubaugenehmigungen verzeichneten die Bundesstatistiker auch im August ein Zuwachs um rund 27.300 Wohnungen (+1,7 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat. Sehr unterschiedlich fiel die Bilanz je nach Gebäudeform aus. So erlebten Zweifamilienhäuser mit einem Zuwachs von 11,7 Prozent einen regelrechten Boom. Die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser sank dagegen um 5,4 Prozent, bei den Wohnungen in Mehrfamilienhäusern um 4,9 Prozent.

Das Statistische Bundesamt verweist darauf, dass die Zahl neuer Baugenehmigungen weiterhin höher liegt als die Zahl der Fertigstellungen. Daraus ergebe sich der sogenannte "Bauüberhang": Die Zahl der Bauvorhaben, die noch nicht begonnen beziehungsweise noch nicht abgeschlossen wurden, nehme seit einigen Jahren zu. Ein Grund hierfür ist die hohe Auslastung des Baugewerbes, die sich an den Auftragseingängen ablesen lässt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts war der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im August 2020 saison- und kalenderbereinigt 3,4 Prozent höher als im Juli 2020. Und auch im Vergleich zum August 2019 bewegte sich der Auftragseingang fast auf gleich hohem Niveau.

Was der Baupreise betrifft, registrierte das Bundesamt im August 2020 eine Stagnation. Bei der Errichtung konventionell gefertigter Wohngebäude verharrten die Preise laut Statistik auf dem gleichen Niveau wie im August 2019. Hauptgrund für diese Entwicklung sei die Senkung der Mehrwertsteuer für die zweite Jahreshälfte. Ohne diese Maßnahmen wären, so die Bundesstatistiker, die Preise rein rechnerisch um 2,6 Prozent gestiegen. Bei den Roharbeiten, die einen großen Teil der Baukosten eines Gebäudes ausmachen, registrierten die sogar einen Rückgang von 0,4 Prozent gegenüber August 2019. Bauherren und Immobilienkäufer profitieren also von der Steuermaßnahme.

Redaktion: Joachim Hoffmann