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Mehr Neubauten in Deutschland

Die Zahl der Baugenehmigungen ist in 2015 auf über 300.000 Wohnungen gestiegen, so neue Daten des Statistischen Bundesamts. Laut Einschätzung der Bauwirtschaft entstehen aber immer noch zu wenig neue Wohnungen - auch wenn die Bundesregierung jetzt eine Förderung angekündigt hat.

Baustelle

(München, 29.03.2016) Bauboom in Deutschland? Laut einer aktuellen Auswertung des Statistischen Bundesamts wurden im vergangenen Jahr 2015 in Deutschland Baugenehmigungen für 309.000 Wohnungen erteilt. Das waren 8,4 Prozent mehr als 2014. Zum ersten Mal seit 2000 wurde die Marke von 300.000 genehmigten Wohnungen überschritten. Von den im Jahr 2015 genehmigten Wohnungen befanden sich 268.000 in neu errichteten Gebäuden. Das sind 6,7 Prozent mehr als 2014. Rund 40.000 Baugenehmigungen betrafen Baumaßnahmen an Gebäuden, das entspricht einer Steigerung von 20,4 Prozent gegenüber 2014.

Laut Einschätzung der Bauwirtschaft werden damit immer noch zu wenige Wohnungen neu gebaut, um der gestiegenen Nachfrage, auch infolge des Flüchtlingsaufkommens, gerecht zu werden. Dafür müssten 400.000 neue Wohnungen jedes Jahr auf den Markt kommen, hat die Bundesvereinigung Bauwirtschaft unlängst gefordert. Der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Karl-Heinz Schneider hält weitere Anstrengungen für erforderlich, um den Neubau anzukurbeln: "Dazu gehört vor allem, dass die Länder nicht weiter an der Steuerschraube drehen und die Grunderwerbsteuer erhöhen." Viele Bundesländer haben in der jüngeren Vergangenheit diese Steuern erhöht - zuletzt hatte Thüringen dies für 2017 angekündigt.

Das Wohnungsbauprogramm der Bundesregierung, das vom Kabinett im März beschlossen wurde, hat immerhin den Bau von 350.000 neuen Wohnungen pro Jahr zum Ziel. Das Programm sieht unter anderem die Bereitstellung von Baugrundstücken und steuerliche Anreize vor. "Gerade beim Wohnungsbau müssen wir noch eine Schippe drauflegen", sagt Bauministerin Hendricks.


Redaktion: Franziska Buß