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Mehr Rechte für Bauherren durch neues Bauvertragsrecht

Das Anfang 2018 in Kraft getretene neue Bauvertragsrecht bietet für Bauherren und Immobilienkäufer erhebliche Vorteile. So haben sie nun unter anderem Anspruch auf eine vollständige Baubeschreibung, einen fixen Fertigstellungstermin und verbindliche Angaben zur Energiebilanz.

Das neue Bauvertragsrecht bringt Vorteile für Bauherren.

Das neue Bauvertragsrecht bringt Vorteile für Bauherren. Foto: Interhyp AG

(München, 10.01.2018) Das neue Bauvertragsrecht wird von Verbraucherschützern und Verbänden durchweg positiv aufgenommen. Mit der Reform des Bauvertragsrechts und der Änderung der kaufrechtlichen Mängelhaftung müssen Bauherren ab 2018 eine präzise Baubeschreibung erhalten. Angaben zum Energiebedarf sind notwendig, zudem muss ein verbindlicher Fertigstellungstermin genannt werden. Vor allem das Recht von Bauherren, vor Vertragsabschluss vollständige Unterlagen zum Bauvorhaben zu erhalten, stößt auf positive Resonanz bei Verbraucherschützern. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) lobt die erhöhte Transparenz von Baubeschreibungen durch konkrete Angaben zum Energie- und Schallschutz. Dadurch seien Angebote besser vergleichbar.

Zu den Verbesserungen für private Bauherren "gehört die Begrenzung der Abschlagszahlungen an den Bauunternehmer auf 90 Prozent des Werklohns", erläutert Holger Freitag, Vertrauensanwalt des Verbands Privater Bauherren (VPB). Ab sofort dürften nur noch maximal 90 Prozent per Abschlagszahlung verlangt werden. Die übrigen zehn Prozent könne der Bauherr einbehalten, bis der Bau tatsächlich mängelfrei und fertig ist. Und das gelte zusätzlich zur Fertigstellungssicherheit von fünf Prozent, die es nach altem Recht schon gibt und die für den Verbraucherbauvertrag beibehalten wird. Auch das Recht auf Widerruf und die Herausgabe der Unterlagen nach Fertigstellung des Hauses sieht der VPB als Fortschritt des neuen Bauvertragsrechts. Trotz der neuen Rechtslage raten die Experten jedoch allen Bau- und Kaufinteressenten, auch künftig einen unabhängigen Sachverständigen mit der Prüfung von Unterlagen und Verträgen zu beauftragen, um sicher zu gehen, ob wirklich an alles gedacht ist.

Laut Mirjam Mohr, Vorstandsmitglied von Interhyp, profitieren Bauherren bereits bei der Kreditauswahl von den verbindlichen Fertigstellungsfristen durch das neue Bauvertragsrecht. "Diese helfen Kreditnehmern dabei, unterschiedliche Darlehensangebote mit Blick auf die bereitstellungszinsfreie Zeit besser zu vergleichen." Bereitstellungszinsen können anfallen, wenn Bauherren ihr Darlehen oder einen Teil davon noch nicht abgerufen haben, etwa weil es beim Bau immer wieder zu Verzögerungen kommt. Durch das neue Vertragsrecht mit den verbindlichen Terminen könnten Bauherren "den Kredit wählen, der in puncto Bereitstellungszeit und Zinshöhe ideal passt", so Mohr.


Redaktion: Joachim Hoffmann