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Miet- und Kaufpreise: Aufwärtstrend in Metropolen flacht ab

Laut einer aktuellen Studie lässt in den acht größten Städten Deutschlands die Preisdynamik langsam nach. Noch immer steigen jedoch die Immobilien-Kaufpreise schneller als die Mieten.

München gehört zusammen mit den Metropolen Köln und Stuttgart nicht mehr zu den zehn Städten mit der höchsten Preissteigerung bei Immobilien.

München gehört zusammen mit den Metropolen Köln und Stuttgart nicht mehr zu den zehn Städten mit der höchsten Preissteigerung bei Immobilien.

(München, 09.08.2019) In den acht größten Städten Deutschlands verliert die Entwicklung der Immobilienpreise an Dynamik. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Marktstudie des Beratungsunternehmens Jones Land LaSalle (JLL), die den Immobilienmarkt in Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart und Leipzig analysiert.

Deutlich gedämpft ist der Studie zufolge der Anstieg der Mietpreise verlaufen: Im ersten Halbjahr 2019 verzeichneten die acht Top-Metropolen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 nur noch einen Zuwachs von 2,3 Prozent - das ist deutlich weniger als der Fünfjahres-Durchschnitt von 5,0 Prozent. Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2018 gab es in München, Düsseldorf und Stuttgart sogar einen leichten Rückgang. Einen wichtigen Grund für die Abschwächung sieht JLL-Analyst Roman Heidrich darin, dass die großstädtischen Mietpreise in den vergangenen Jahren stärker gestiegen sind als die Einkommen: "Gerade in den Ballungsräumen ist daher die Belastung durch Wohnkosten deutlich gewachsen, was eine Abwanderung der Nachfrager in das Umland der Ballungszentren zur Folge hat."

Die Verlangsamung des Mietpreisanstiegs wirkt sich auch auf die Kaufpreise für Wohnimmobilien aus. So stiegen der JLL-Studie zufolge in den Metropolen die Preise für Eigentumswohnungen deutlich stärker als die Mieten. Doch auch hier hat in sechs von acht untersuchten Großstädten der Preisauftrieb nachgelassen. Lediglich Köln verbuchte mit einem Plus von 10,3 Prozent noch ein zweistelliges Kaufpreiswachstum, Schlusslicht ist Stuttgart mit einem Zuwachs von 4,9 Prozent.

Auch die Stiftung Warentest weist in einer kürzlich veröffentlichten Marktanalyse darauf hin, dass die Immobilienpreise in den Städten der zweiten Reihe derzeit stärker zulegen als in den Metropolen. "Zu den Top Ten der Städte mit den höchsten Preissteigerungen gehören nicht mehr München, Köln und Stuttgart, sondern Dortmund, Essen und Bayreuth", schreiben die Immobilienexperten der Stiftung.

Trotz der regional unterschiedlichen Preisanstiege sei der Erwerb einer selbstgenutzten Eigentumswohnung im Vergleich zur Miete immer noch vielerorts attraktiv, so das Fazit der Stiftung Warentest. Als Faustregel gelte, dass Kaufpreise bis zur 25-fachen Jahresmiete als attraktiv gelten. Wer sich bei dieser Konstellation eine neue Mietwohnung leisten könne und einen ausreichenden Grundstock an Eigenkapital mitbringe, sei im Regelfall auch in der Lage, einen Wohnungskauf zu finanzieren.


Redaktion: Thomas Hammer