News

Mieten oder Kaufen: Eigentümer profitieren im Rentenalter

Immobilienkäufer haben in den ersten Jahren zum Teil eine höhere finanzielle Belastung als Mieter. Doch eine aktuelle Studie zeigt, dass Eigentümer spätestens im Rentenalter monatlich mehr Geld übrig haben als Mieter.

Mieten oder Kaufen: Wann lohnt sich das Eigenheim?

Mieten oder Kaufen: Wann lohnt sich das Eigenheim?

(München, 31.01.2017) Ob auf lange Sicht Mieten oder Kaufen teurer ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Finanzierungszinsen und Mietpreisentwicklung beeinflussen das Ergebnis ebenso wie die Höhe des Kaufpreises. Angesichts der zuletzt stark gestiegenen Immobilienpreise hat das Marktforschungsinstitut empirica im Auftrag von LBS Research die langfristigen finanziellen Auswirkungen von Miete und Wohneigentum untersucht.

Basis für den Vergleich zum Mieten oder Kaufen bildete dabei die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamtes, wobei sich die Betrachtung auf Mieter und Eigentümer mit einem Nettomonatseinkommen zwischen 2.000 und 3.000 Euro fokussierte. Das Ergebnis: Während in jungen Jahren die finanzielle Belastung für Eigentümer deutlich höher ist als für Mieter, wendet sich das Blatt im fortgeschrittenen Alter.

In konkreten Zahlen: Wer jünger als 40 Jahre ist und zur Miete wohnt, gibt im Schnitt einschließlich aller Nebenkosten pro Monat 619 Euro fürs Wohnen aus. Dagegen haben Eigentümer in der gleichen Altersgruppe durchschnittlich 729 Euro für Zins, Tilgung und Nebenkosten zu tragen. Spätestens im Ruhestand sind jedoch Eigentümer im Vorteil, wenn sie die Finanzierung der Immobilie zurückgezahlt haben. Während schuldenfreie Selbstnutzer im Rentenalter nur noch ein Sechstel ihres Einkommens für die Wohnkosten einplanen müssen, beansprucht dieser Kostenblock bei Mietern fast ein Drittel des monatlichen Gesamtbudgets. "Dem schuldenfreien Eigentümer stehen im Rentenalter pro Monat über 300 Euro mehr für Konsumzwecke zur Verfügung", so das Fazit von LBS Research.

Die Rechnung geht vor allem dann auf, wenn Immobilieneigentümer ihr Baudarlehen bis zum Renteneintritt getilgt haben. Dass dies nicht allen gelingt, zeigt eine Studie der Deutschen Leibrenten AG in Zusammenarbeit mit dem Institut für Versicherungswissenschaft an der Universität zu Köln: Von 400 befragten Immobilieneigentümern im Rentenalter gab fast jeder Vierte an, dass die Finanzierung seines Eigenheims noch nicht abgeschlossen sei. Häufige Ursachen seien unerwartete Ereignisse wie Trennung, Tod eines Lebenspartners oder Arbeitslosigkeit. Vor diesem Hintergrund empfiehlt die Verbraucherzentrale, beim Planen der Finanzierung nicht mit allzu spitzem Bleistift zu rechnen: "Etwa zehn Prozent Luft sollten auf jeden Fall zwischen Finanzreserve und Kreditrate bleiben."


Redaktion: Thomas Hammer