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Mieten oder kaufen: Tilgung beim Vergleich berücksichtigen

Vor dem Wohnungskauf steht oft die Frage: Ist mieten vielleicht doch günstiger als kaufen - trotz Niedrigzinsen? Eine aktuelle Studie zeigt: Wird eine angemessene Tilgung berücksichtigt, kann je nach Wohnungstyp und Region das Ergebnis variieren.

Mieten oder kaufen? Hohe Immobilienpreise in Großstädten wie Hamburg

Mieten oder kaufen? Hohe Immobilienpreise in Großstädten wie Hamburg

(München, 09.06.2016) Angesichts der steigenden Mieten und noch immer niedrigen Finanzierungszinsen ergeben Vergleichsrechnungen derzeit oft, dass der Kauf eines Eigenheims langfristig günstiger ist als die Miete. Mit dem Erschwinglichkeitsindex prüft das Marktforschungsinstitut empirica in regelmäßigen Abständen, ob mieten oder kaufen auf Dauer weniger Kosten verursacht. Das Ergebnis fällt diffenziert aus: Es kommt sowohl auf die Struktur der Finanzierung als auch auch die Art der Immobilie und den Standort an.

Die empirica-Experten machen darauf aufmerksam, dass die in früheren Zeiten gängige jährliche Anfangstilgung von 1,0 Prozent der Darlehenssumme bei Niedrigzinsen meist nicht ausreicht, um die Schulden bis zum Renteneintritt abzubauen. Solle der Kredit in 30 Jahren getilgt sein, sei beim derzeitigen Zinsniveau eine anfängliche Tilgungsrate von mindestens 2,5 Prozent erforderlich.

Trotz der höheren Tilgung ist nach den empirica-Berechnungen der Kauf von gebrauchten Wohnungen vielerorts mit Finanzierungskosten verbunden, die niedriger sind als die Durchschnittsmiete. Vorausgesetzt wird bei dieser Vergleichsrechnung eine Eigenkapitalquote von 20 Prozent. Im bundesweiten Durchschnitt kann sich der Käufer einer gebrauchten Wohnung bei gleicher monatlicher Belastung demnach 13 Quadratmeter mehr Wohnfläche leisten als ein Mieter. Bei neuen Eigentumswohnungen ist der Kauf bei einer mit der Miete vergleichbaren Kreditbelastung hingegen mit einem durchschnittlichen Flächenverzicht von sechs Quadratmetern verbunden.

In Ballungsgebieten ist hingegen das Kaufen weitaus teurer als das Mieten. So müsste ein Wohnungskäufer in München auf 23 Quadratmeter verzichten, wenn die Kreditbelastung nicht höher sein soll als die Miete. In Hamburg beträgt der Flächennachteil 13 Quadratmeter, in Berlin 11 Quadratmeter.

Die Beobachtungen der empirica-Forscher decken sich mit den Aussagen eine aktuellen Studie des Bundesverbands der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), die in den deutschen Metropolen einen weit überdurchschnittlichen Anstieg der Immobilienkaufpreise sieht. In den drei Millionenstädten Berlin, München und Hamburg seien von 2007 bis 2015 die Preise um durchschnittlich mehr als 50 Prozent gestiegen. Allein im vergangenen Jahr habe der Preiszuwachs bei 7,5 Prozent gelegen.


Redaktion: Britta Barlage