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Mieten und Kaufpreise: Mittlere Städte ziehen nach

Während bislang Großstädte wie Berlin, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und vor allem München im Blickpunkt standen, wenn es um Steigerungen bei Mieten und Immobilienpreisen geht, holen mittlere Städte jetzt auf und haben höhere Preissteigerungsraten zu verzeichnen. Das ergibt ein neuer Immobilienreport.

In München werden schon seit längerem hohe Preissteigerungen verzeichnet

In Großstädten wie München werden schon seit längerem hohe Preissteigerungen verzeichnet

(München, 09.12.2015) Wer eine Baufinanzierung plant, muss zukünftig auch in mittelgroßen Städten mit Preissteigerungen rechnen. Beim "Immobilienreport 2015", einem Fünf-Jahres-Vergleich des Internetportals ImmobilienScout24, liegen Städte wie Würzburg, Wolfsburg und Ingolstadt mit Preissteigerungen von bis zu 69 Prozent bei den Kaufpreisen und bis zu 34 Prozent bei den Mieten an der Spitze.

Die Untersuchung hat gezeigt, dass die Kaufpreise stärker gestiegen sind als die Mieten. Im Städtevergleich liegt Wolfsburg an der Spitze. In der Autostadt explodierten die Kaufpreise innerhalb von fünf Jahren um knapp 70 Prozent. Ebenfalls außergewöhnlich stark sind die Preise in Ingolstadt (67,8 Prozent) und Augsburg (58 Prozent) gestiegen. Zum Vergleich: In München sind die Preise laut dieser Untersuchung um 61,3 Prozent gestiegen.

"Moderates Preisniveau und wirtschaftlich positive Rahmenbedingungen führen zu enormen Preissteigerungen. Denn attraktive Unternehmen ziehen Arbeitnehmer an, wodurch die Nachfrage auf dem Immobilienmarkt steigt", erklärt Jan Hebecker, Leiter Märkte & Daten von ImmobilienScout24. "Dies trifft vor allem auf Wolfsburg zu. Die gute Automobilkonjunktur trägt wie auch in Ingolstadt und Augsburg zu einer deutlichen Steigerung der Immobilienpreise bei."

Da das Ausgangsniveau in den mittleren Städten lange Zeit relativ niedrig war, konnten sich die Preise dort prozentual viel stärker entwickeln als in den schon seit Jahren gefragten großen Metropolen. In absoluten Zahlen ergeben sich aber immer noch deutliche Unterschiede zwischen Spitzenreiter München (durchschnittlicher Quadratmeterpreis 4.627 Euro) und Wolfsburg (1.974 Euro).

Den florierenden Immobilienmärkten stehen strukturschwache Regionen gegenüber, in denen die Kaufpreise fast stagnieren. Betroffen hiervon ist vor allem das Ruhrgebiet. In Chemnitz sind die Preise sogar rückläufig (-0,5 Prozent). Dort liegt der Durchschnittspreis für einen Quadratmeter bei 848 Euro, in Duisburg bei 1.178 Euro.

Bei den Mieten ergibt sich ein ähnliches Bild wie bei den Kaufpreisen. Die stärksten Anstiege bei Neuvertragsmieten in den letzten fünf Jahren in Großstädten mit über 100.000 Einwohnern gab es in prosperierenden Städten und Ballungsräumen. Würzburg ist mit 34 Prozent Spitzenreiter, gefolgt von Wolfsburg (31,2 Prozent) und Ingolstadt (31,1 Prozent). In Kommunen wie Wuppertal und Oberhausen sind im selben Zeitraum die Angebotsmieten nur um rund 5 Prozent gestiegen, in Chemnitz sogar nur um 4,5 Prozent. Dort beträgt die Durchschnittsmiete pro Quadratmeter 5,09 Euro, in Würzburg 8,86 Euro.

Die Preissteigerungen bei Mieten und Immobilienkaufpreisen werden auch in den kommenden Jahren anhalten. Das prognostizieren auch die amtlichen Gutachterausschüsse in Deutschland, die gerade ihren "Immobilienmarktbericht 2015" vorgelegt haben.


Redaktion: Patrizia Difonzo