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Mietpreise steigen ungebremst

Nicht nur die Bau- und Immobilienkaufpreise steigen unaufhörlich. Auch die Mietpreise steigen trotz Mietpreisbremse unvermindert an, wie aktuelle statistische Untersuchungen ergeben.

Die Mietpreise steigen unaufhörlich

Die Mietpreise steigen unaufhörlich

(München, 16.03.2017) Im Jahr 2016 sind die ortsüblichen Vergleichsmieten wie bereits schon im Vorjahr um 1,8 Prozent gestiegen. Das ist das Ergebnis des aktuellen F+B-Mietspiegelindex 2016, den die F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH aus Hamburg regelmäßig erstellt. "Das dynamische Wachstum der Marktmieten bei der Neuvermietung wirkt sich sukzessive – wenn auch verzögert – auf das Niveau der in den Mietspiegeln dokumentierten Bestandsmieten aus", erklären die Analysten. "Analysiert werden die Nettokaltmieten von Wohnungen mit einer Fläche von 65 Quadratmetern, mittlerer Ausstattung und Lage, in Gemeinden mit mindestens 20.000 Einwohnern und veröffentlichten Mietspiegeln." Die Miet-Experten haben für ihre Studie Mietpreise aus 345 Städten und Gemeinden ausgewertet.

Erwartungsgemäß gibt es sehr große regionale Unterschiede im Mietniveau. "Die teuerste Großstadt ist nach wie vor München. Die Münchner zahlen durchschnittlich 11,18 Euro pro Quadratmeter Nettokaltmiete für ihre Wohnungen", erläutert Bernd Leutner, Geschäftsführer von F+B. Damit lägen sie um 71 Prozent über dem Durchschnittswert von 6,54 Euro pro Quadratmeter. Auf Platz zwei folgt Stuttgart. Dort liegen die Mietpreise mit 9,76 Euro pro Quadratmeter um 49 Prozent über dem aktuellen Bundesdurchschnitt. Beide Städte haben eine so große Strahlkraft, dass auch die jeweiligen Umlandgemeinden Spitzenplätze bei den Mieten belegen.

Erst auf Rang 9 folgt mit Düsseldorf die erste Stadt aus einer anderen Region. Als Überraschung ist auch die Tatsache zu werten, dass Metropolen wie Hamburg (15.) und Frankfurt/Main (18.) in Sachen Mietpreise nicht Top-Platzierungen erreichen. Und sogar als "vergleichsweise günstig" stuft Leutner das Wohnen in der Bundeshauptstadt Berlin ein. Sowohl in den westlichen (6,46 Euro pro Quadratmeter) als auch östlichen (5,85 Euro) Stadtteilen Berlins liegen die Bestandsmieten unter dem Bundesdurchschnitt. Mit großen Ausschlägen nach oben und unten. "Gerade in Berlin", sagt Leutner, "existiert aufgrund seiner Größe und seines ausdifferenzierten Wohnungsmarktes eine enorme Spannbreite, die der bloße Mittelwert naturgemäß nicht wiedergibt."

Für F+B setzt sich der Trend fort, dass ein attraktives Arbeitsplatzangebot weitere Wohnungsnachfrager anziehe, sodass steigende Mietpreise sich mit der Zeit auch auf die Bestandsmieten auswirken. Auch in ostdeutschen Großstädten sei diese Entwicklung feststellbar. Jena, Rostock und Erfurt lägen auf den Indexrangplätzen 80 bis 99 mit einer Durchschnittsmiete bei von 6,40 bis 6,20 Euro pro Quadratmeter auf dem Niveau des Durchschnitts aller Mietspiegelstädte. "Die übrigen Großstädte in den Neuen Ländern rangieren überwiegend darunter", berichtet F+B. "So zahlt man zum Beispiel in Potsdam im Schnitt 6,07 Euro pro Quadratmeter und erreicht damit das Berliner Niveau. In Schwerin und Dresden liegt die Durchschnittsmiete bei 5,72 bzw. 5,64 Euro für den Quadratmeter."

Auch Berechnungen und Grafiken des Statistik-Portals Statista dokumentieren den kontinuierlichen Anstieg der Mieten in Deutschland. Ausgehend von einem Basiswert von 100 im Jahr 2010 stieg der Preisindex 2016 auf 108,0 (2015: 106,7). Der Deutsche Mieterbund hält den Mietanstieg für alarmierend. Lukas Siebenkotten, Bundesdirektor des Deutschen Mieterbundes (DMB), spricht von einer "ständig steigenden Wohnungsarmut in Deutschland". Bezahlbare Wohnungen fehlten an allen Ecken und Enden und rasch steigende Mietpreise führten dazu, dass immer mehr Menschen ihre Wohnungen verlören und aus den Städten gedrängt würden. "Hier ist die Politik gefordert", betont Siebenkotten und verlangt mehr sozialen Wohnungsbau. "Auf dem Wohnungsmarkt gilt immer noch das Motto, Reich baut für Reich. Das muss sich ändern."


Redaktion: Joachim Hoffmann