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Milliarden-Schäden durch Naturgewalten: Vorsorge elementar

Orkane, Starkregen, Hochwasser oder Hagel - viele Gefahren bedrohen Bauherren und Hausbesitzer. Naturgewalten haben im vergangenen Jahr rund 850.000 Schäden an Wohngebäuden und Hausrat verursacht. Das geht aus der Versicherungswirtschaft hervor.

Hochwasser kann hohe Schäden verursachen

(München, 28.10.2015) Der kürzlich veröffentlichte "Naturgefahrenreport 2015" des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beziffert die Schäden durch Naturgefahren auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Trotz der immensen Schäden im vergangenen Jahr hat sich die Lage für Immobilienbesitzer und Versicherer etwas entspannt. Denn im Jahr 2013 hatten die Versicherungen fast 3,2 Milliarden Euro für Gebäudeschäden aufbringen müssen. Absolute Sicherheit gegen Unwetter gibt es nicht, aber Bauherren können baulich und versicherungstechnisch vorsorgen. Ein höherer Aufwand sollte auch bei einer Baufinanzierung einkalkuliert werden.

Eine Elementarschadenversicherung ist wegen des gestiegenen Unwetterrisikos für Hausbesitzer in vielen Fällen sinnvoll. Sie ist speziell darauf zugeschnitten, Schäden durch Naturgewalten abzudecken, welche die übliche Wohngebäudeversicherung nicht ausreichend gewährleistet. Wie bei allen Versicherungen empfiehlt es sich, das Kleingedruckte haargenau zu prüfen. Denn bei der einen Versicherung sind zum Beispiel Schäden durch Ableitungsrohre abgedeckt, bei der anderen nicht. Eine Versicherung umfasst Schäden durch Blitzeinschlag, die andere nicht. Auch kann die Höhe der Selbstbeteiligung variieren. Je nach Lage des Gebäudes, Versicherungsanbieter und gewünschtem Schutzumfang variiert die Versicherungsprämie erheblich.

Für die Kosten einer Absicherung gegen Hochwasser ist die Einordnung in eine der vier Gefahrenklassen entscheidend. Wer sein Haus in einer hochwassergefährdeten Zone stehen hat, die der vierten Gefahrenklasse zuzuordnen ist, der muss tief in die Tasche greifen. Angesichts der zunehmenden Unwetter gibt es auch Fälle, die kein Versicherer mehr versichert. "In den klassischen Überschwemmungsgebieten ist das Risiko, von einem Hochwasser betroffen zu sein, so hoch, dass die Tarife für den einzelnen Bürger kaum bezahlbar wären", erklärt hierzu das bayerische Wirtschaftsministerium.

Die sächsische Landesregierung empfiehlt deshalb: "Ist es Ihnen nicht möglich, eine Elementarschadenversicherung abzuschließen, sollten Sie die Ablehnungen schriftlich verlangen und gut aufbewahren. Sie benötigen diese Nachweise, falls Sie im Schadensfall staatliche Hilfe beantragen wollen."

Analog zu den Karten für hochwassergefährdete Gebiete, die mittlerweile jede Gemeinde zur Verfügung hat, gibt es eine Klassifizierung nach Erdbebenzonen und Schneelastzonen. Maßgeblich für Bauherren ist hier die Umsetzung der entsprechenden Normen in die jeweilige Landesbauordnung. Die statischen Berechnungen für die korrekte Umsetzung der Bestimmungen verantwortet ein Architekt, ein Statiker oder der Hausanbieter. Bevor eine Versicherung einem Hausbesitzer eine Elementarschadenversicherung anbietet, wird sie die technischen Details der Bauausführung prüfen und die Prämie je nach Gesamtrisiko festlegen.

Bauherren müssen baulich und somit auch finanziell häufig in Vorleistung treten, um überhaupt einen Schutz gegen Elementarschäden zu erhalten. Ein erhöhter Bauaufwand muss auch bei einer geplanten Baufinanzierung bedacht werden. Je nach Lage der Immobilie und je nach Versicherungsvertrag muss der Hausbesitzer eventuell eine hohe Eigenbeteiligung oder einen Kostendeckel für die Schadensbegleichung akzeptieren.


Redaktion: Patrizia Difonzo