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Nachhaltigkeit und Energieeffizienz beim Bauen im Trend

Energieeffizienz und -einsparung bleibt auch im Jahr 2016 der dominierende Branchentrend im Bau. Das ergab eine Befragung von BauInfoConsult unter deutschen Architekten. Immer mehr in den Blickpunkt geraten Fragen der Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit ist ein Trend beim Bauen

Beim Bauen und Modernisieren ist Energiesparen ein großes Thema. Foto: KfW-Bildarchiv/Jens Steingässer

(München, 01.06.2016) Die Energieeffizienz ist und bleibt das dominierende Thema am Bau. Wie im vergangenen Jahr steht auch dieses Jahr für jeden zweiten deutschen Architekten fest, dass Energieeffizienz und Energieeinsparung der dominierende Branchentrend für 2016 sein wird, heißt es in einer Mitteilung der BauInfoConsult. Die Architektenbefragung ist Teil der Jahresanalyse 2016/2017, einer Branchenstudie zum deutschen Baugeschehen von BauInfoConsult. Für 53 Prozent der befragten 180 Architekten steht die Energieeinsparung unangefochten an erster Stelle der aktuellen Trends. Mehr als jeder vierte Planer (27 Prozent) sieht auch das artverwandte Thema, die novellierte Energieeinsparverordnung (EnEV) mit ihren schärferen Bestimmungen als zentralen Punkt, gefolgt von Demografie und Barrierefreiheit mit 26 Prozent. Als Trendaufsteiger präsentiert sich der Aspekt Nachhaltigkeit, den 36 Prozent der Bauexperten in den Vordergrund stellten. Nur vier Prozent der befragten Architekten messen - trotz medialer Dauerpräsenz - dem Thema Flüchtlinge bau- und wohnungspolitische Relevanz bei.

Die Fokussierung auf Energie(spar)themen spiegelt sich auch in der Bilanz der KfW-Förderbank im ersten Quartal 2016 wider. Mit einem Zusagevolumen von 4,5 Milliarden Euro erreichte der Förderschwerpunkt Wohnen einen neuen Höchstwert (Vorjahreszeitraum 3,4 Milliarden Euro). Die anhaltend starke Baukonjunktur habe zu einem Anstieg in allen wohnwirtschaftlichen Förderprogrammen geführt. Auch hätten viele Bauherren und Renovierer noch die bis zum 31. März gültigen Bedingungen in Anspruch genommen, was zu Vorzieheffekten geführt habe.

Kritisch betrachtet wird die verschärfte Energieeinsparverordnung von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Sie entspreche in der heutigen Form nicht mehr dem aktuellen Wissensstand und sei weder zielführend noch zukunftsfähig, bemängelt das Institut. Statt der einseitigen Konzentration auf Energieaspekte fordert die DGNB unter anderem eine stärkere Ausrichtung auf die Begrenzung klimaschädlicher Gase, eine Erweiterung des Betrachtungsraumes auf Basis der Ökobilanzierung über den gesamten Lebenszyklus sowie eine Bewertung der Effizienz und Wirtschaftlichkeit energiesparender Maßnahmen auf Basis der Lebenszykluskostenrechnung.

Die EnEV-Novellierung zum 1. Januar 2016 erfasse viel zu wenig das Potenzial des Gebäudebestands im Hinblick auf den Ausstoß klimaschädlicher Gase. Künftig sollte über die Betrachtung des Primärenergiebedarfs hinaus auch der Aufwand für die Herstellung der im Gebäude eingesetzten Bauprodukte und technischen Anlagen (graue Energie) in die Bilanzierung einbezogen werden. "Mit Hilfe von Ökobilanzierung und Lebenszykluskostenrechnung lassen sich die weiterreichenden Umweltwirkungen und Gesamtkosten von Gebäuden erfassen und bewerten. Erst auf dieser Basis wird eine umfassende und zielgerichtete Optimierung von Einzelgebäuden möglich, die in der Summe dazu beitragen, die übergeordneten Nachhaltigkeitsziele Deutschlands zu erreichen", betonen die DGNB-Experten.

Der Vorteil der ganzheitlichen Betrachtung eines Gebäudes bestehe darin, "dass es Bauherren und Planern völlig offen bleibt, mit welchen Konzepten und Technologien die gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden."


Redaktion: Britta Barlage