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Neue Studien: Mietpreisbremse zeigt Auswirkungen

Aktuelle Auswertungen zeigen: Die Anfang Juni dieses Jahres eingeführte Mietpreisbremse beginnt zu greifen - allerdings nicht in allen Städten.

Die Mietpreisbremse ist in vielen Städten eingeführt

(München, 17.09.2015) Seit Anfang Juni können die Bundesländer festlegen, in welchen Städten und Gemeinden aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes die Mietpreisbremse greifen soll. Bei der Neuvermietung von Bestandswohnungen darf dann die vom Vermieter verlangte Miete maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Zwei bundesweit tätige Immobilienvermittlungsportale haben nun erste Auswertungen vorgenommen und kommen dabei zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Immobilienscout24 meldet auf Basis der dort gelisteten aktuellen Mietangebote einen leichten Rückgang der Mietpreise für Hamburg, München und Berlin. Mit einer durchschnittlichen Miete von 10,05 Euro pro Quadratmeter lagen im August die Preise in Hamburg rund 4 Prozent unter dem Schnitt der ersten sechs Monate des Jahres 2015. In München sanken mit der Einführung der Mietpreisbremse zum 1. August die Angebotsmieten wieder leicht, nachdem zuvor ein Anstieg zu verzeichnen war. Auch in Berlin war nach der Einführung der Mietpreisbremse im Juni ein Rückgang der Mietpreise auf das Niveau des Jahresanfangs zu verzeichnen.

Die Analysten des Immobilienportals Immonet weisen hingegen darauf hin, dass in der Hälfte der untersuchten Städte die Mieten auch nach dem Inkrafttreten der Mietpreisbremse weiter gestiegen sind. Während Immobilienscout24 für Berlin rückläufige Mietpreise ausweist, meldet Immonet dort im August einen Preisanstieg um sieben Prozent - diese Differenz dürfte der unterschiedlichen Datenbasis beider Anbieter geschuldet sein. Auch in Nürnberg und Ingolstadt sind die Mietpreise nach Angaben von Immonet zuletzt gestiegen.

Einig sind sich beide Anbieter darin, dass es für eine endgültige Aussage zu den Auswirkungen der Mietpreisbremse noch zu früh ist. Bei der Betrachtung kurzer Zeitabschnitte seien immer auch saisonal bedingte Schwankungen zu berücksichtigen, sagt Immowelt-Chef Carsten Schlabritz. Und Jan Hebecker, Leiter der Abteilung Daten und Märkte bei ImmobilienScout24, ergänzt: "In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob der beobachtete Effekt von Dauer ist."


Redaktion: Magdalena Lindner