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Preisanstieg bei Immobilien - auch in Ostdeutschland

Laut dem aktuellen Monatsbericht der Bundesbank haben sich die Preise für Eigenheime und Eigentumswohnungen 2015 verteuert. Auch im Osten Deutschlands sind die Kaufpreise in größeren Städten gestiegen, wie eine weitere Studie zeigt.

Steigende Immobilienpreise in Berlin

In Berlin sind die Kaufpreise besonders stark gestiegen.

(München, 23.02.2016) Am deutschen Immobilienmarkt herrscht weiterhin eine dynamische Preisentwicklung. Laut Berechnungen basierend auf Angaben des Immobilienanalysten bulwiengesa, auf die der Bundesbank-Bericht Bezug nimmt, stiegen die Preise für Wohnimmobilien in deutschen Städten im Jahr 2015 um durchschnittlich 6 Prozent. Im Jahr zuvor hatte sich der Anstieg von 7,5 Prozent auf 5,5 Prozent verlangsamt. Gegen die anhaltend starke Nachfrage nach Wohnraum und die unverändert günstigen Baugeldzinsen habe das erweiterte Angebot an Wohnungen offenbar keine preisdämpfende Wirkung entfalten können.

"Der Preisauftrieb war dabei regional breiter angelegt als in den Jahren zuvor", berichten die Bundesbanker. Kleinere Städte haben gegenüber den Großstädten spürbar aufgeholt. "Wohnraum in den Großstädten verteuerte sich im vergangenen Jahr mit einer Rate von 6,25 Prozent merklich schwächer als im Durchschnitt der vorangegangenen fünf Jahre", heißt es in dem Bericht. Lediglich Reihenhäuser seien auch in den Regionen überdurchschnittlich teurer geworden, "die zuvor bereits überdurchschnittliche Preissteigerungen aufgewiesen hatten".

Der Bericht geht von weiter steigenden Preisen bei Kaufpreisen und Mieten aus. Zwar seien 2015 etwa 245.000 Wohneinheiten fertiggestellt worden und damit mehr als im Jahr zuvor, doch reiche das erweiterte Angebot nicht aus, um die Preise stabil zu halten. Immerhin liege die Zahl der Baugenehmigungen für das Jahr 2015 mit 300.000 um 6,75 Prozent höher als 2014. Auch die Flüchtlingszuwanderung wirke sich künftig preissteigernd aus. "Vorläufige Rechnungen deuten darauf hin, dass die Mieten und Preise von Wohnimmobilien in den beiden kommenden Jahren um insgesamt 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte stärker zunehmen konnten als im hypothetischen Fall ohne Flüchtlingszuzug."

Wie der Kaufpreis-Check Ostdeutschland des Immobilienportals immowelt.de zeigt, sind Immobilien auch in den neuen Bundesländern und vor allem in Berlin seit 2010 deutlich teurer geworden. In 15 von 22 untersuchten Städten seien die Preise stärker nach oben gegangen als die Inflation im gleichen Zeitraum. Vor allem in größeren und wachsenden Städten wie Dresden seien die Preise stark gestiegen. "In der sächsischen Landeshauptstadt schnellten sie in fünf Jahren um 49 Prozent nach oben. Zum Vergleich: Die Inflationssteigerung betrug im gleichen Zeitraum nur 6,9 Prozent."

Den größten Preisanstieg verzeichnete die immowelt-Studie in Berlin. "Seit 2010 sind die Preise in der Hauptstadt förmlich explodiert - sie stiegen um 88 Prozent. Im Jahr 2015 kostete eine Eigentumswohnung im Mittel 3.171 Euro pro Quadratmeter." Wie in Dresden (Durchschnittspreis 1.955 Euro/Quadratmeter) gebe es starken Zuzug und wirtschaftliches Wachstum. Auch Potsdam und Rostock verzeichneten mit 38 und 41 Prozent hohe Preissteigerungen bei Immobilien. Selbst in kleineren Städten Ostdeutschlands gab es zum Teil erhebliche Preisschübe. So ermittelte immowelt.de in Cottbus ein Plus von 36 Prozent und in Neubrandenburg von 38 Prozent.


Redaktion: Magdalena Lindner