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Sanierungsstau bei Elektroinstallationen

In vielen Wohngebäuden wurde nach den Ergebnissen einer aktuellen Studie in den vergangenen Jahrzehnten die Elektroinstallation nicht modernisiert.

Miethaus

(München, 25.01.2016) Deutschland gilt als eines der innovativsten Länder der Welt - doch wenn es um den Stand der Elektroinstallationen in Wohngebäuden geht, zeigt sich heute noch vieler Orts der technische Stand aus der Nachkriegszeit. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt eine Studie, die vom Zentralverband der Elektroindustrie (ZVEI) durchgeführt worden ist.

Eine Befragung von 1.360 Mietern und Eigentümern brachte das Ausmaß des Sanierungsstaus zutage: In sieben von zehn Gebäuden, die vor dem Jahr 2006 errichtet worden sind, erfüllt die Elektroinstallation nicht die heutigen Anforderungen an die Mindestausstattung. Am schlechtesten ist der Stand der Elektrotechnik in den Wohnhäusern, die zwischen 1950 und 1979 fertiggestellt worden sind. Bei noch älteren Gebäuden seien hingegen die Verkabelungen und Sicherungseinrichtungen oftmals auf einem besseren Stand, weil sie häufig in der Zwischenzeit grundlegend saniert worden seien, berichten die Autoren der Studie.

Angesichts der zunehmenden Zahl an elektrischen Geräten in den Haushalten warnen die Experten vor Brandgefahren - vor allem dann, wenn stromintensive Komponenten wie Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen oder Ladestationen für Elektroautos hinzukommen. Auch sei die veraltete Technik nicht in der Lage, digitale Signale zu erfassen und zu transportieren. "Daher laufen im Gebäudebestand auch Smart-Meter- und Smart-Home-Funktionalitäten wie Preissignale vom Netzbetreiber oder Einspeisesignale vom Gebäude kommunikativ ins Leere", sagt Andreas Bettermann, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Elektroinstallationssysteme.

Gefordert werde daher die Aufnahme von Modernisierungsmaßnahmen bei der Elektroinstallation in die Förderprogramme der KfW, so ZVEI-Vorstand Bettermann: "Ansonsten besteht aus unserer Sicht die Gefahr der Fehllenkung von Investitionen, wenn KfW-Fördersysteme nur Sanierungsmaßnahmen der Gebäudehülle und der Heizungsanlage berücksichtigen."

Redaktion: Patrizia Difonzo