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Schimmel im Haus: Neue Empfehlung zur Sanierung

Schimmel in Häusern und Wohnungen deutet auf Baumängel hin. Das Umweltbundesamt bereitet neue Empfehlungen zur Vorbeugung und Sanierung vor.

Sanieren: Kältebrücken können zu Schimmelbildung führen.

Sanieren: Kältebrücken führen oft zu Schimmelbildung.

(München, 13.07.2016) Schimmel ist in vielen Wohngebäuden ein leidiges Thema, vor allem wenn sie weitgehend luftdicht gebaut sind. Schlechte Bauausführung (Kältebrücken) sowie falsches Lüften und Heizen führen häufig zu Schimmelbildung. Deshalb ist es wichtig, sowohl Bauherren als auch Planer und ausführende Firmen umfassend aufzuklären, welche Fehler zu welchen Schäden führen und welche Maßnahmen zur Behebung des Problems sinnvoll sind. Diesem Ziel dient der "Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden" des Umweltbundesamtes (UBA).

Das Amt stellte den entsprechenden Entwurf bis zum 30. Juni 2016 ins Internet, sodass Experten Änderungsvorschläge und Hinweise auf bereitgestellten Kommentarblättern für den Leitfaden einbringen konnten. Momentan werden alle Beiträge geprüft, um sie gegebenenfalls in die Endversion zu integrieren.

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zum Beispiel sieht den Entwurf des UBA positiv, übt jedoch auch Kritik. Der neue Leitfaden könne künftig als wertvolle Orientierungshilfe für die Schimmelpilzsanierung nach Leitungswasserschäden dienen. "Das Umweltbundesamt könnte deshalb mit seinem Leitfaden dazu beitragen, Konflikte rund um die Behebung von Schimmelpilzschäden in der Praxis zu vermeiden." Der Entwurf sei jedoch an manchen Stellen "in sich widersprüchlich" und werde in den Fachgremien des GDV in einigen wesentlichen Punkten kritisch gesehen. "Dies betrifft unter anderem die sehr pauschale Ablehnung der Desinfektion als Sanierungsmaßnahme, die geforderte Akkreditierung für Untersuchungsinstitute und die Ausdehnung des Schimmel-Begriffs auf alle Mikroorganismen." Diese UBA-Positionen seien aus Sicht der Versicherungswirtschaft nicht gut begründet. "Und sie bergen erhebliche Kostenrisiken für die Behebung von Schimmelpilzschäden als Folgeschäden in der Leitungswasserversicherung."

Ebenfalls mit der Schimmelproblematik beschäftigt sich die neue Broschüre "Ausbauen und Gestalten mit nachwachsenden Rohstoffen" der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR). Dort finden Renovierer, Sanierer und Bauherren einen kompakten Überblick zu biobasierten Bau- und Einrichtungsprodukten. Die Themen reichen von Bodenbelägen über Farben und Holzschutzsysteme bis hin zu Holzfenstern und Möbeln für den Innen- und Außenbereich. Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass viele Oberflächen in Wohnräumen keine oder kaum Feuchtespeicherfähigkeit aufwiesen, was Schimmelbildung begünstige: "Viele moderne abrieb- und wischfeste Farben, Putze und Tapeten sind kaum noch feuchteregulierend. Eine Planung der Oberflächen sollte daher berücksichtigen, dass sich unter raumhygienischen Gesichtspunkten der Luftfeuchtewert bei zirka 50 Prozent einpendeln sollte, dauerhaft aber nicht unter 35 Prozent absinkt oder 70 Prozent nicht übersteigt."


Redaktion: Joachim Hoffmann