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Schwarmstädte ziehen junge Menschen an

Häufige Umzüge nach der Ausbildung und auch die Zuwanderung sorgen für zunehmende Wohnsitzwechsel bei jungen Menschen. Besonders beliebte Ziele sind einige Städte, die auch als "Schwarmstädte" bezeichnet werden. Das kann langfristig zu Miet- und Kaufpreissteigerung führen und damit auch eine Immobilienfinanzierung beeinflussen.

München: Bei jungen Menschen beliebt

(München, 17.11.2015) Deutschland zieht um: Zumindest bei jungen Menschen hat die Bereitschaft zum Wohnsitzwechsel in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Im Auftrag des GdW Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen hat das Marktforschungsinstitut Empirica untersucht, aus welchen Anlässen und wohin junge Menschen besonders häufig umziehen. Dabei haben die Forscher ein sogenanntes Schwarmverhalten ausgemacht: Junge Menschen zieht es ähnlich wie Vogelschwärme in einzelne Städte, wo dann die hohe Anzahl an Zuzügen für Wohnungsknappheit und stark steigende Mietpreise sorgt.

Beliebteste Zuzugsziele sind laut der Studie München, Leipzig und Frankfurt am Main. Aber auch kleinere Großstädte wie Landshut, Regensburg, Karlsruhe, Münster oder Heidelberg üben eine große Anziehungskraft auf junge Menschen aus. Dazu kommen regionale Wanderungsbewegungen, bei denen der Umzug aus dem ländlichen Gebiet in ein nahe gelegenes Mittelzentrum stattfindet.

Hauptsächliche Ursache des Schwarmverhaltens ist nicht, wie häufig vermutet, der Umzug bei der Aufnahme eines Studiums. Hier habe der Ausbau von Hochschulen abseits der großen Metropolen und Studentenstädte einiges zur Entspannung beigetragen, berichten die Forscher. Die große Wanderungsbewegung setzt vielmehr mit dem Eintritt in das Berufsleben ein, wenn Studienabsolventen oder frisch ausgebildete junge Fachkräfte in die Schwarmstädte ziehen. Um in einer für junge Menschen attraktiven Stadt zu leben, wird nicht nur ein hoher Mietpreis, sondern auch ein großer Aufwand fürs Pendeln in Kauf genommen. Laut der Studie ist es nicht mehr außergewöhnlich, beispielsweise in Berlin zu leben und zum Arbeiten nach Wolfsburg zu pendeln.

Das Schwarmverhalten hat Einfluss auf die Preisentwicklung, etwa von Singlewohnungen, und damit auch auf langfristige Immobilienfinanzierungen.

Der Bundesverband der Wohnungs- und Immobilienunternehmen warnt angesichts dieser Wanderungsbewegungen davor, mit einer fehlgeleiteten staatlichen Wohnungspolitik das Schwarmverhalten noch weiter zu verstärken und damit das Ausbluten ländlicher Gemeinden und Kreise zu fördern. Gefordert wird, in ländlichen Regionen die Attraktivität von Mittelzentren zu erhalten und auszubauen und damit die Abwanderung aus den umliegenden Gemeinden einzudämmen.


Redaktion: Britta Barlage