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Seniorengerechte Wohnungen sind Mangelware

Eine aktuelle Studie offenbart massive Defizite bei seniorengerechten Mietwohnungen. Offenbar hat sich bislang lediglich ein kleiner Teil der Vermieter auf die Bedürfnisse älterer Menschen eingestellt. KfW-Förderprogramme sollen Anreize bieten.

Seniorengerechter Wohnraum ist rar

Foto: KfW-Bildarchiv/Jens Steingässer

(München, 15.10.2015) Ältere Mieter haben es hierzulande schwer, eine Wohnung zu finden, die auf die Bedürfnisse von Menschen mit Einschränkungen bei der Mobilität zugeschnitten ist. Das ergibt eine repräsentative Studie, die das Immobilienunternehmen TAG zusammen mit der TU Darmstadt durchgeführt hat. Im Rahmen der Untersuchung wurden 1.000 Mieter in ganz Deutschland befragt.

Fakt ist: Von den derzeit rund 11 Millionen Seniorenhaushalten sind nur gut 500.000 als barrierefrei und damit auch altersgerecht einzustufen. Während sich Wohnungseigentümer selbst um die barrierefreie Umgestaltung des Wohnraums kümmern können, sind in Mietwohnungen die baulichen Maßnahmen Sache des Vermieters. Hier sehen viele ältere Mieter Defizite: Jeder zweite Befragte gibt zu Protokoll, dass sein Vermieter kein ausreichendes Engagement in Sachen Barrierefreiheit zeige. Ebenso groß ist der Anteil derjenigen, die über das beschwerliche Treppensteigen aufgrund fehlender Fahrstühle im Haus klagen.

Anreize für Investitionen in die Reduzierung von Barrieren in Wohnungen und Häusern setzt der Staat über Fördermittel, die über die KfW-Bank im Rahmen des Programms "Altersgerecht Umbauen" angeboten werden. Sowohl Selbstnutzer als auch Vermieter profitieren von finanziellen Vergünstigungen, wenn sie Wohnungen barrierearm umbauen, indem sie beispielsweise Türen verbreitern, ein Hausnotrufsystem installieren oder Bad und WC entsprechend umbauen. In Mehrfamilienhäusern zählen auch Maßnahmen an gemeinschaftlich genutzten Flächen und Räumen wie etwa die Installation von Rampen im Eingangsbereich oder die Nachrüstung von Aufzügen und Treppenliften zu den förderfähigen Investitionen.

Das KfW-Programm "Altersgerecht Umbauen" steht in zwei Varianten zur Verfügung. Die Kreditvariante ermöglicht die Finanzierung zu einem vergünstigten Zinssatz, der derzeit bei 0,75 Prozent effektiven Jahreszins liegt. Bis zu 50.000 Euro Kredit können pro Wohneinheit aufgenommen werden. Alternativ dazu können Bauherren von der KfW einen nicht rückzahlbaren Zuschuss auf ihre förderfähigen Maßnahmen erhalten. Wenn der Standard "Altersgerechtes Haus" erreicht wird, beträgt der Zuschuss 10 Prozent, maximal 5.000 Euro.


Redaktion: Magdalena Lindner