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Smarthome gewinnt stark an Bedeutung

Smarthome-Technologie kommt aus der Nische. Verbraucher zeigen großes Interesse, und der Gesetzgeber belohnt höhere Energieeffizienz, die durch intelligente Anwendungen erzielt werden.

Intelligent gesteuerte Funktionen wie Heizung, Lüftung oder Beschattung können sich künftig positiv auf die Erstellung der Energiebilanz auswirken - dank des neuen Gebäudeenergiegesetzes (GEG).

(München, 29. Oktober 2020) Zum 1. November löst das Gebäudeenergiegesetz (GEG) die Energieeinsparverodnung (EnEV) ab. Immobilieninteressierte und -besitzer, die ihr Zuhause mit Smarthome-Technologie ausstatten wollen, können davon profitieren. Wie Graham Martin, Chef des Verbands Enocean Alliance, betont, wirken sich intelligent gesteuerte Funktionen wie Heizung, Lüftung oder Beschattung künftig positiv auf die Erstellung der Energiebilanz aus. Eigentümer können somit einen besseren Energieausweis erhalten. Martin bemängelt allerdings, dass der deutsche Gesetzgeber mit dem GEG weit hinter der EU-Richtlinie EPBD (für European Performance of Building Directive) zurückbleibe.

Unabhängig von der Gesetzeslage finden immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher Gefallen an smarten Systemen. So hat eine repräsentativ Umfrage des Branchenverbandes Bitkom ergeben, dass 37 Prozent der Verbraucher Smarthome-Anwendungen nutzen. Zum Vergleich: Das sind sechs Prozentpunkte mehr als 2019 (31 Prozent) und elf Prozentpunkte mehr als 2018 (26 Prozent). Fast jeder Zweite (49 Prozent) würde laut Umfrage in seinen eigenen vier Wänden am liebsten alle technischen Geräte miteinander vernetzen und digital steuern. "Das Zuhause der Zukunft ist smart", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. "Dabei geht es nicht mehr nur um eine Lampe, die per App gesteuert wird, oder um einen Rasenmäher, der autonom das Gras kurz hält - es geht um die durchgängige Vernetzung der Geräte untereinander und ihre Steuerung über eine gemeinsame Plattform."

Besonders beliebt bei Nutzern sind intelligente Lampen und Leuchten (23 Prozent), Heizkörperthermostate (15 Prozent) und smarte Steckdosen (13 Prozent). Im Bereich Sicherheit besitzen nach Bitkom-Angaben 18 Prozent der Befragten eine intelligente Alarmanlage und 16 Prozent ein intelligentes System zur Videoüberwachung. Was die Bedienung der Technologie betrifft, setzen 78 Prozent der Nutzer auf das sowieso allgegenwärtige Smartphone. Gleichzeitig nutzen 52 Prozent der Befragten eine Steuerung per Sprachbefehl.

Die Anwendung smarter Technologien geht über die Privatwohnung hinaus. So ermittelt Bitkom jährlich den Smart City Index. Anhand der Kriterien Mobilität, Gesellschaft, Verwaltung, Energie und Umwelt sowie digitale Infrastruktur hat der Verband Hamurg zur smartesten City 2020 gekürt, gefolgt von München und Köln. Beispiele für innovative Smart-City-Lösungen sind zum Beispiel in Hamburg die Tiefenvermessung von Hafenbecken und Elbe mit autonom fahrenden Fahrzeugen oder die zentrale urbane Datenplattform in Darmstadt. Diese erlaubt den Zugriff auf die digitale Messung der Luftqualität und Badewassergüte bis hin zur Gebäudenavigation im öffentlichen Krankenhaus.

Redaktion: Joachim Hoffmann