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Sprechstunde zum Rekordtief: Drei gute Fragen und Antworten

Rund um die Finanzierung im aktuellen Zinstief hat der Interhyp-Finanzierungsexperte Mathias Breitkopf gestern in der Experten-Sprechstunde auf gutefrage.net Rede und Antwort gestanden. Hier drei interessante Fragen und Antworten für Sie:

Wie viel Eigenkapital sollte ich mitbringen, wenn ich ein Haus oder ein Immobilienobjekt kaufen möchte?

Die Frage lässt sich pauschal nur schwer beantworten. Grundsätzlich lässt sich allerdings sagen, dass es ratsam ist, die beim Kauf einer Immobilie anfallenden Erwerbsnebenkosten aus Eigenkapital tragen zu können. Zu diesen Nebenkosten zählen die Grunderwerbssteuer (je nach Bundesland 3,5 bis 5,5 Prozent), Notar- und Grundbuchkosten (in der Regel 1,5 Prozent) sowie eine eventuell anfallende Maklercourtage. Die Maklercourtage ist frei verhandelbar und regional unterschiedlich zwischen 3 und 5,25 Prozent zuzüglich Mehrwertsteuer.

Gerade bei jungen Darlehensnehmern gibt es auch genügend Banken, die eine Finanzierung ohne Eigenkapital ermöglichen. Die meisten Banken verlangen dann aber eine Tilgung, die größer ist als zwei Prozent der Darlehenssumme, um das Risiko aus Banksicht geringer zu halten.

Wie viel Eigenkapitaleinsatz Sinn macht, sollten sich Kaufinteressenten im Idealfall von einem Spezialisten errechnen lassen. Oft kann hier bereits ein geringer zusätzlicher Kapitaleinsatz zu erheblichen Veränderungen an der Kondition führen.

Ist es sinnvoll, wenn ich mir eine oder mehrere Immobilien kaufe, um sie dann an andere Leute zu vermieten? Was muss ich dabei beachten?

Es kann in der jetzigen Zeit mit attraktiven Kreditkonditionen sinnvoll sein, eine oder mehrere Immobilien als Kapitalanlage zu erwerben. Dabei ist es wichtig, darauf zu achten, dass eine hohe Vermietbarkeit gegeben ist. Was angeboten und nachgefragt wird, lässt sich gut in Immobilienportalen recherchieren. Grundsätzlich sind die Ballungszentren natürlich sehr interessant: Hohe Vermietbarkeit mit interessanten Mieten, aber eben auch einem sehr geringen Immobilienangebot.

Ob es sinnvoll ist, hängt davon ab, ob sich die Kapitalanleger vorstellen können, mit allen Rechten und Pflichten als Vermieter "tätig" zu sein. Wichtig ist noch mal mit dem Steuerberater darüber zu sprechen, bevor eine Immobilie erworben wird.

Grundsätzlich sollte ein zukünftiger Vermieter 20 Prozent Eigenkapital in die Finanzierung einbringen. Gleichzeitig erwarten die meisten Banken, dass noch ein Kapitalpuffer (positiver Vermögensrückhalt) für anstehende Modernisierungen oder Mietausfall vorhanden ist.

Sind die Kosten von einer Mietwohnung höher als der Kauf eines Eigenheims oder Hauses?

Diese Frage lässt sich nicht ausschließlich rechnerisch beantworten. Gründe hierfür sind, dass die Mietpreissteigerungen - gerade in den Ballungsregionen - nicht kalkulierbar sind. Dem gegenüber stehen bei einem Eigenheim oder Haus die zukünftigen Modernisierungs- und Instandhaltungskosten.

Hier noch eine einige Vorteile für Miete und Kauf:

Vorteile Mieten

Räumliche Flexibilität

Keine langfristigen Verpflichtungen

Günstige Mieten bei Altverträgen

Vorteile Kaufen

Unabhängigkeit von Vermieter und Nachbarn

Immobilie als wertbeständige Anlage (Altersvorsorge, Erbschaft)

Freie Gestaltungsmöglichkeiten

Wenn es um die laufenden Nebenkosten eines Eigenheims geht, egal ob Haus oder Wohnung, ist die entscheidende Frage nach dem Sanierungszustand beziehungsweise dem Baujahr. Das ist der Faktor, der bestimmt, wie hoch die Kosten pro Quadratmeter sind. Eine gute Faustformel ist drei Euro pro Quadratmeter. Tipp: Immer die Verbrauchswerte der Voreigentümer zeigen lassen, um einen Vergleich zu haben!

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Redaktion: Patrizia Difonzo

Interhyp AG, 14.05.2013