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Sprechstunde zur Anschlussfinanzierung: Drei spannende Fragen und Antworten

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Anschlussfinanzierung? Kann ich ein Forward-Darlehen nutzen? Für wie lange sollte ich die Zinsen festschreiben? – Viele dieser Fragen hat Sascha Hönig, Leiter Prolongationsmanagement bei Interhyp, gestern in der Experten-Sprechstunde auf gutefrage.net beantwortet. Hier drei interessante Fragen und Antworten.

Wir haben 2005 einen Kredit für unser Einfamilienhaus aufgenommen. 2015 läuft die 10-jährige Zinsbindung ab. Wann ist der Abschluss einer Anschlussfinanzierung nun sinnvoll?

Wann der Abschluss einer Finanzierung am besten ist, lässt sich leider pauschal nicht beantworten. Grundsätzlich ist das Zinsniveau derzeit noch sehr günstig, so dass es durchaus lukrativ sein kann, sich bereits jetzt für eine Anschlussfinanzierung zu entscheiden. Es besteht die Möglichkeit, sich die günstigen Zinsen bereits heute schon mit einem sogenannten Forward-Darlehen zu sichern. Ob und in welcher Höhe ein Forward-Aufschlag ansteht, variiert von Bank zu Bank. Pauschal kann man von 0,02 Prozent Aufschlag pro Forward-Monat ausgehen.

Tipp: Es ist sinnvoll weitere Beratungsgespräche bei verschiedenen regionalen Banken oder unabhängigen Finanzierungsvermittlern wahrzunehmen und Angebote zu vergleichen. Dadurch kann man feststellen, ob sich der Abschluss eines Forward-Darlehens und der Wechsel des Bankpartners lohnt.

Was ist ein Forward-Darlehen?

Ein Forward-Darlehen kann man in Anspruch nehmen, wenn man bereits eine laufende Immobilienfinanzierung hat und diese in den nächsten Jahren ausläuft. Für neue Vorhaben, wie zum Beispiel den Kauf einer Immobilie, kommt diese Darlehensart nicht in Frage. Ein Forward-Darlehen bietet die Möglichkeit sich die Zinsen für eine Anschlussfinanzierung, teilweise sogar bis zu 66 Monaten vor Ablauf der Sollzinsbindung, zu sichern.

Ein Forward-Darlehen funktioniert so: Man schließt bereits jetzt ein Annuitätendarlehen mit einem festen Zinssatz ab. Die Auszahlung erfolgt allerdings nicht sofort, sondern zu dem Zeitpunkt, zu dem die Sollzinsbindung der bestehenden Finanzierung endet. Das Forward-Darlehen löst dann das ursprünglich aufgenommene Darlehen ab.

Ob und in welcher Höhe ein sogenannter Forward-Aufschlag anfällt, ist abhängig von der Länge der Forward-Zeit und kann bei jeder Bank unterschiedlich sein.

Im Sommer 2015 laufen die ersten zehn Jahre unserer Zinsbindung ab und nun bekommen wir bereits Angebote von verschiedenen Anbietern und der Hausbank. Was ist zu beachten, wenn uns eine neue Bank ein besseres Angebot macht?

Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit, bereits jetzt die Zinsen für eine Anschlussfinanzierung im Sommer 2015 zu sichern. Da das Zinsniveau aktuell noch günstig ist, möchte der aktuelle Darlehensgeber sicherlich rechtzeitig über die Möglichkeiten einer Anschlussfinanzierung durch ein Forward-Darlehen informieren. Dennoch sollte der Markt beobachtet und Vergleichsangebote eingeholt werden.

Wenn ein neuer Darlehensgeber die Anschlussfinanzierung übernehmen soll, ist es von Bank zu Bank unterschiedlich, welche weiteren Kosten für die Umschreibung der grundpfandrechtlichen Sicherheit entstehen. Unter Umständen verlangt ein neuer Darlehensgeber die Löschung der eingetragenen Grundschuld und eine Neueintragung. Meist ist aber eine Abtretung der bereits eingetragenen Grundschuld zu Gunsten des neuen Darlehensgebers ausreichend. Je nachdem variieren natürlich auch die Kosten. In welcher Größenordnung Gebühren anfallen werden, kann der Notar- und Grundbuchkostenrechneraufzeigen. Es kann aber durchaus sein, dass sich der Wechsel des Darlehensgebers trotz weiterer anfallender Kosten lohnt.

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Tipp: Die Finanzierungsexperten von Interhyp beantworten Ihnen auch außerhalb der Sprechstunde alle Ihre Fragen online, telefonisch oder persönlich vor Ort.

Redaktion: Patrizia Difonzo

Interhyp AG, 18.10.2013