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Stadt oder Land? Trend zur Reurbanisierung der Klein- und Mittelstädte

Laut einer Langzeitstudie liegt das Leben in der Stadt im Trend. Gewinner der Analyse sind nicht nur Großstädte, sondern auch Mittel- und Kleinstädte.

Großstädte, wie beispielsweise Berlin, werden durch den Trend zum Leben auf dem Land entlastet.

Großstädte, wie beispielsweise Berlin, werden durch den Trend zum Leben auf dem Land entlastet.

(München, 14.08.2018) Liegt das Leben in der Stadt im Trend? Dieser Frage ist eine aktuelle Studie nachgegangen. Im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hat das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) die Langzeitstudie "Trend Reurbanisierung? Analyse der Binnenwanderung in Deutschland 2006 bis 2015" erstellt. Das ILS verfolgt die Entwicklung von Städten national und international in Bezug auf urbane Restrukturierungsprozesse vom Quartier über die Gesamtstadt bis zur Stadtregion. Für die vorliegende Publikation wurde das aktuelle Wanderungsgeschehen in Städten unterschiedlicher Größe untersucht. Über knapp zehn Jahre wurden Informationen gesammelt über Fortzüge, Zuzüge und Wanderungssalden in deutschen Gemeinden mit mehr als 5.000 Einwohnern.

Daraus geht hervor, dass neben großen Städten besonders Klein- und Mittelstädte vom Zuzug aus dem Umland profitieren. Die Großstädte verlieren dadurch Bevölkerung an ihr direktes Umland. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, sieht darin einen Pluspunkt für viele Regionen: "Für die kleinen und Mittelstädte ist dieser Trend eine Chance für Wachstum." Wichtige Faktoren für Umzüge sind hohe Mieten, Arbeitsplatzwechsel und die Familiensituation. Während immer mehr jüngere Menschen für Job und Ausbildung in Großstädte ziehen, suchen junge Familien und Senioren Ruhe im Grünen oder in kleineren Städten. Petra Klug, Kommunalexpertin der Bertelsmann Stiftung, sieht hier Handlungsbedarf der Kommunen: "Damit diese Städte auch in Zukunft für die Menschen als Lebensort attraktiv bleiben, ist eine moderne und funktionierende Infrastruktur eine zentrale Voraussetzung. Hier sind die Kommunen in der Pflicht, bei Investitionen und Stadtplanungen die richtigen Prioritäten zu setzen."

Die der Studie zugrundeliegenden Zahlen stammen aus dem Datenportal Wegweiser-Kommune.de. Darin werden Daten, Bevölkerungsprognosen und konkrete Handlungskonzepte zu Themen wie demographischer Wandel, Finanzen, Bildung, Soziale Lage und Integration aufgeführt. Zur Infrastruktur sagt Petra Klug weiter: "Wenn man dabei an den öffentlichen Personennahverkehr, ärztliche Versorgung oder Breitbandausbau denkt, ist klar, dass viele kleinere Städte dies nicht ohne Unterstützung von Land und Bund schaffen können."

Zu den persönlichen Wünschen und Vorstellungen der Bevölkerung hat Interhyp eine Umfrage durchgeführt. Wie Menschen in Deutschland wohnen wollen und wie zufrieden sie mit ihrer derzeitigen Wohnsituation sind, zeigt die Wohntraumstudie. Wichtige Ergebnisse: Eigenheimbesitzer sind ganz überwiegend zufrieden mit der Entscheidung für die eigene Immobilie – und Mieter möchten überwiegend in den eigenen vier Wänden wohnen (76 Prozent).


Redaktion: Kathrin Schubert

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