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Steigende Immobilienpreise: Wie viel die Deutschen investieren

Bei der Aufwärtsbewegung der Immobilienpreise und Mieten ist kein Ende in Sicht. Im Süden bringen die Deutschen mittlerweile bis zu 30 Prozent ihres Haushaltseinkommens für ihre Wohnkosten auf - zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von ImmobilienScout24.

Steigende Immobilienpreise: München zählt zu den teuersten Städten in Deutschland.

Steigende Immobilienpreise: München zählt zu den teuersten Städten in Deutschland.

(München, 09.08.2016) Mithilfe des Erschwinglichkeitsindexes EIMX hat ImmobilienScout24 das regionale Verhältnis von Kaufkraft und Wohnkosten in über 400 Städten und Kreisen analysiert. Gemessen am Nettoeinkommen liegen die süddeutschen Städte hier weit vorn: Freiburg im Breisgau führt die Liste mit 30 Prozent Wohnkostenanteil an. Hier trifft allerdings ein hoher Prozentsatz an Studenten mit geringer Kaufkraft auf verhältnismäßig teure Mieten (im Durchschnitt 10 Euro pro Quadratmeter), was zur Spitzenplatzierung beiträgt. Als darauffolgende teuerste Städte werden München (mit 28-prozentigem Wohnkostenanteil), Regensburg und Würzburg (beide rund 24 Prozent Wohnkostenanteil) aufgeführt. Jedoch sind steigende Miet- und Kaufpreise nicht nur im Süden vorzufinden. Auch in Mittelstädten, Metropolen und Großstädten steigt der Wohnkostenanteil, wie die Analyse von ImmobilienScout24 zeigt. Zu den teuersten Wohnorten zählen demnach außerdem Frankfurt am Main, Hamburg und Stuttgart. Hier beträgt der Wohnkostenanteil bis zu 23 Prozent. Platz 10 teilen sich Berlin, Karlsruhe und Rosenheim mit einem Wohnkostenanteil von fast 22 Prozent.

"In fast allen Metropolen hat sich der Wohnkostenanteil im Vergleich zu 2012 deutlich erhöht. Die Immobilienpreise wachsen also schneller als die Kaufkraft. Wer urban leben möchte, muss bis zu 30 Prozent seines Einkommens für das Wohnen aufbringen - zusätzlich anfallende Betriebs- und Nebenkosten sind hier noch gar nicht mit eingerechnet", so Jan Hebecker, Leiter Märkte und Daten bei ImmobilienScout24. "Was die teuren Städte verbindet, ist eine starke lokale Wirtschaft mit attraktiven Arbeitgebern und eine hohe Lebensqualität. Das übt natürlich eine große Anziehungskraft aus. Die Folge ist eine Verknappung des Wohnangebots, was wiederum die Immobilienpreise nach oben drückt. Die Attraktivität hat also im wahrsten Sinn des Wortes ihren Preis."

Mit prinzipiell weiter steigenden Immobilienpreisen rechnen die Landesbausparkassen (LBS). Das geht aus dem aktuellen LBS-Immobilienpreisspiegel für 925 Städte hervor, für den 600 Immobilienmarktexperten von LBS und Sparkassen befragt wurden. Demnach gehen die Immobilienfachleute davon aus, dass bis zum Ende dieses Jahres die Immobilienpreise bundesweit durchschnittlich um drei bis vier Prozent zulegen werden.

Doch es gibt nach LBS-Angaben auch enorme regionale Preisunterschiede, so etwa bei gebrauchten freistehenden Einfamilienhäusern: An der Preisspitze bundesweiter Großstädte steht München, gefolgt etwa von Regensburg und Stuttgart. Auf der anderen Seite verzeichnet der Immobilienpreisspiegel Halbmillionen-Städte, in denen gebrauchte Einfamilienhäuser relativ günstig zu haben sind. So liegen typische Preise in Leipzig, Hannover, Bremen, Dortmund und Dresden, aber auch in Berlin, zwischen 250.000 und 320.000 Euro.


Redaktion: Sharon Schießler