News

Steigende Risikobereitschaft bei europäischen Immobilieninvestoren

Die stark gestiegenen Preise haben die Renditen für europäische Immobilieninvestoren unter Druck gesetzt. Die Investoren reagieren darauf mit zunehmender Risikofreudigkeit.

Einfamilienhaus am Abend

(München, 10.03.2016) Europäische Immobilien sind für professionelle Investoren immer noch ein begehrtes Anlageobjekt, auch wenn die Preise vielerorts zuletzt stark gestiegen sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine im halbjährlichen Turnus durchgeführte Umfrage der Fondsgesellschaft Union Investment, bei der 171 institutionelle Immobilienanleger in Deutschland, Frankreich und Großbritannien nach ihrer Markteinschätzung gefragt werden.

Sechs von sieben befragten Investmentprofis gehen davon aus, dass in den kommenden zwölf Monaten die Investitionen in gewerbliche Immobilien in den jeweiligen Ländern entweder zunehmen oder zumindest auf gleichem Niveau verharren werden. Weniger optimistisch zeigen sich die Befragten, wenn es um die Entwicklung der Rendite geht: Jeder zweite befürchtet, auf Sicht der nächsten drei bis fünf Jahre seine Renditeziele nicht erreichen zu können.

Einen Ausweg aus dem Dilemma sehen viele Immobilienanleger darin, beim Erwerb von Anlageobjekten höhere Risiken einzugehen. So gaben 81 Prozent der britischen Investoren an, bei der Suche nach Objekten vorrangig auf die Rendite zu achten und dafür auch Risiken in Kauf zu nehmen. In Deutschland und Frankreich sei die Risikobereitschaft nicht so ausgeprägt wie im traditionell risikofreudigeren Großbritannien, berichten die Autoren der Studie. Doch auch hier sei eine zunehmende Bereitschaft zum Erwerb risikobehafteter Immobilien zu erkennen.

Als weiteren Trend machen die Analysten von Union Investment die steigende Zahl an so genannten Portfolio-Deals aus. Bei solchen Transaktionen werden ganze Pakete aus Immobilien, die oftmals in verschiedenen Ländern stehen, zwischen Großinvestoren gehandelt. Das Jahr 2015 war der Umfrage zufolge ein Spitzenjahr für solche großvolumigen Transaktionen in Europa. Für das laufende Jahr werde weiteres Wachstum erwartet, so Olaf Janßen, Leiter Immobilienresearch bei Union Investment: "Unter dem Einfluss der derzeit niedrigen Finanzierungskosten und der ausgeprägten Fähigkeit, große Kapitalmengen für eine einzige Transaktion bereitzustellen, wird das Interesse an paneuropäischen Immobilienportfolios stark befeuert."

Auch für private Anleger ist die Immobilie zunehmend attraktiv, wie eine Umfrage des Bankenverbands zur Geldanlage unlängst bestätigte: So zeichne sich für 2016 eine Verschiebung in Richtung Immobilie ab. 37 Prozent der sonst eher konservativen und sicherheitsorientierten Anleger würden 2016 eine Immobilienanlage bevorzugen, wenn ihnen die dafür nötigen Finanzmittel zur Verfügung stünden. Die Umfrage des Bankenverbandes zur Geldanlage wurde von der GfK Nürnberg im Dezember 2015 erhoben und ist repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland.


Redaktion: Magdalena Lindner