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Steuervorteile für Bauherren von Mietwohnungen

Die Bundesregierung hat einen Gesetzesentwurf "zur steuerlichen Förderung des Mietwohnungsneubaus" verabschiedet. Mit den darin enthaltenen Sonderabschreibungen sollen Investoren zum Bau von Mietwohnungen "im unteren und mittleren Preissegment" bewegt werden.

Baustelle

(München, 18.02.2016) Angesichts der angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt und des Zuzugs von Flüchtlingen will die Bundesregierung den Bau von Wohnungen verstärkt fördern. Zusätzlich zur "normalen" Abschreibung in Höhe von zwei Prozent erlaubt das neue Gesetz eine weitere Abschreibung von zehn Prozent in den ersten zwei Jahren und von neun Prozent im dritten Jahr. Insgesamt können Bauherren und Käufer somit 35 Prozent der Bau- und Kaufkosten steuerlich geltend machen. Wer eine Finanzierung, zum Beispiel per Kredit, plant, sollte die Änderungen im Blick behalten.

Allerdings ist die steuerliche Absetzung nicht in beliebiger Höhe möglich, denn die Förderung ist an ganz bestimmte Voraussetzungen gebunden. So dürfen die Abschreibungen nur dann geltend gemacht werden, wenn die Bau- beziehungsweise Kauf- und Renovierungskosten 3.000 Euro pro Quadratmeter nicht übersteigen. "Wohnungen mit hohem Standard (Luxusausstattung) bedürfen keiner staatlichen Förderung und werden somit vollständig von der Förderung ausgeschlossen", heißt es dazu in dem Entwurf des Bundesfinanzministeriums. Die Abschreibung darf auf maximal 2.000 Euro veranschlagt werden.

Außerdem gilt die Regelung nicht flächendeckend, sondern nur in Gebieten, die über einen besonders angespannten Immobilienmarkt verfügen und in denen das Mietniveau entsprechend hoch ist. Die Wohnung muss zudem mindestens zehn Jahre vermietet werden. Eine weitere Einschränkung stellt der Zeitraum dar, in dem die steuerliche Bevorzugung von Mietimmobilien gelten soll. Nur wenn der Bauantrag nach dem 31.12.2015 und vor dem 01.01.2019 gestellt wurde, greift der Gesetzesentwurf. Letztmalig kann die Sonderabschreibung für das Jahr 2022 beantragt werden.

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen bewertet die Abschreibungsvorteile als "Schritt in die richtige Richtung". Der Immobilienverband IVD bemängelt die Geltungsdauer der steuerlichen Förderung: "Der Förderzeitraum von drei Jahren ist extrem kurz. Die gegenwärtige Wohnungsknappheit in stark nachgefragten Gebieten wird bis dahin wohl nicht beseitigt sein." Um die gewünschte Wirkung auf dem Immobilienmarkt zu erzielen, schlagen die IVD-Experten vor, zusätzlich die Normalabschreibung "von derzeit zwei Prozent auf mindestens drei Prozent" anzuheben.

Der Gesetzesentwurf geht im Gesetzgebungsverfahren noch durch Bundestag und Bundesrat und muss außerdem von der EU-Kommission geprüft werden.

Redaktion: Britta Barlage