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Streit am Bau muss nicht immer vor Gericht ausgetragen werden

Streitigkeiten zwischen Bauherr und Bauunternehmen enden häufig in teuren Gerichtsprozessen. Um Kosten und Aufwand zu sparen, kann die außergerichtliche Streitbeilegung eine sinnvolle Alternative sein.

Bauen: Zwischen Bauherren und Auftragnehmern kann es auch einmal zum Streit kommen.

Bauen: Zwischen Bauherren und Auftragnehmern kann es auch einmal zum Streit kommen.

(München, 02.05.2018) Um Konflikte bei Großprojekten zu reduzieren, plant die neue Bundesregierung ein Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz. Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, plädiert dafür, "die Ergebnisse der Reformkommission 'Bau von Großprojekten' konsequent umzusetzen." Neben einer Verkürzung der Planungs- und Genehmigungsverfahren zählt auch die Stärkung der außergerichtlichen Streitbeilegung zu den Kernpunkten der Novelle.

Bauherren sollen demnach bei Großprojekten in den Verträgen mit den Projektbeteiligten einen internen und einen externen Konfliktlösungsmechanismus verankern. Die öffentliche Hand will dafür die Rechtsgrundlagen schaffen und Verfahrensordnungen für außergerichtliche Schlichtungsmaßnahmen zur Verfügung stellen. Mit diesen Instrumenten sollen Bauherren oft langwierige Gerichtsprozesse vermeiden und Probleme effizient lösen können.

Insgesamt ist im Bauwesen nach Ansicht von Experten die Möglichkeit der außergerichtlichen Schlichtung zu wenig bekannt. Die Deutsche Gesellschaft für außergerichtliche Streitbeilegung in der Bau- und Immobilienwirtschaft und der Verband der Bau- und Immobilienmediatoren plädierten auf dem Kongress "Konfliktmanagement in der Bau- und Immobilienwirtschaft" gemeinsam für eine Ausweitung der außergerichtlichen Streitbeilegung in der Bau-und Immobilienwirtschaft.

Auch für private Bauherren ist es empfehlenswert, bei Differenzen mit Handwerkern oder Bauunternehmen zunächst ein Schlichtungsverfahren in Betracht zu ziehen. So zeigt die Bayerische Architektenkammer, dass es sinnvoll sein kann, im Streitfall einen neutralen Mediator einzuschalten. "Durch die professionelle Begleitung und Vermittlung erarbeiten die Konfliktparteien schnelle, verlässliche und umsetzbare Vereinbarungen, die alle Beteiligten entlasten und nach vorne blicken lassen", beschreibt die Architektenkammer die Vorteile der Mediation. Voraussetzung sei jedoch, dass alle Beteiligten dem Verfahren zustimmen und bereit sind, im Rahmen der Verhandlung eine gemeinsame Lösung zu finden sowie sich an getroffene Vereinbarungen zu halten.


Redaktion: Kathrin Schubert / Thomas Hammer

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