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Strompreise sollen transparenter werden

Für Eigenheimbesitzer wie Mieter sind die Strompreise ein Kostenfaktor. Wie die Endpreise für Strom zustande kommen, ist für Verbraucher schwer nachvollziehbar, bemängelt der Bundesverband Neue Energiewirtschaft.

Strom

(München, 08.02.2016) Strom könnte im Zuge der Energiewende auch 2016 teurer werden. Eine Ursache stellen dabei die staatlich festgelegten Preisbestandteile dar, die im Jahr 2015 laut dem Bundesverbgand Neue Energiewirtschaft (bne) einen Anteil von 76 Prozent am Strompreis erreicht hatten. Tendenz weiter steigend: So kommt 2016 die erhöhte Umlage für Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) als Kostenfaktor hinzu. "Der Wust von Abgaben, Umlagen und Entgelten sind für Verbraucher kaum zu durchschauen und erschwert zudem die notwendige Kopplung der Sektoren Strom und Wärme", kritisiert bne-Geschäftsführer Robert Busch.

Zum größten Kostenblock avancieren mittlerweile die Netzentgelte, die nach Angaben der Bundesnetzagentur seit 2009 kontinuierlich gestiegen sind und mehr als ein Fünftel der Stromrechnung ausmachen. "Dabei können die Energiekunden nach wie vor nicht nachvollziehen, wofür die Verteilbetreiber die erhobenen Entgelte eigentlich verwenden. Hier brauchen wir dringend mehr Transparenz", betont Busch.

Aus dem jüngsten Monitorbericht der Bundesnetzagentur geht laut den bne-Experten hervor, dass Stromanbieter gesunkene Einkaufspreise an die Kunden weitergeben. "Die besten Kosteneinsparungen können Verbraucher durch einen Wechsel des Strom- oder Gasanbieters erzielen", betont Busch. So liege der Preisunterschied zwischen Grundversorgungstarifen und wettbewerblichen Anbietern laut Bundesnetzagentur bei über zwei Cent pro Kilowattstunde. Insgesamt sei die Wechselbereitschaft unter Verbrauchern gestiegen, unabhängige Lieferanten hätten im vergangenen Jahr mehr neue Kunden gewinnen können.

Dennoch ist eine große Mehrheit von Verbrauchern skeptisch, dass die Umsetzung der Energiewende gelingt. Bei einer aktuellen forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) glaubten nur 30 Prozent, dass es der Bundesregierung gelingen werde, die Energiewende erfolgreich und bezahlbar umzusetzen. 66 Prozent der Befragten bezweifelten das. "Die Stromkunden fühlen sich von der Bundesregierung nicht verstanden. Trotz gegenteiliger Versprechungen ist eine spürbare Entlastung weit und breit nicht in Sicht", erklärt vzbv-Geschäftsführer Klaus Müller.

Redaktion: Franziska Buß