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Studie zum Energieausweis offenbart Nachholbedarf

Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass es mit der Energieeffizienz bei den bundesdeutschen Bestandsimmobilien noch lange nicht zum Besten bestellt ist.

Einfamilienhaus in weiß mit Garten

(München, 13.08.2015) Mehr als die Hälfte der deutschen Bestandsimmobilien befinden sich in den beiden schlechtesten Klassen, wenn es um die Energieeffizienz geht. Das ergab eine aktuelle Studie, die gemeinsam vom Marktforschungsinstitut TNS Infratest und dem Onlineportal www.energieausweis48.de durchgeführt wurde. Vier von zehn untersuchten Energieausweisen sind sogar in der Effizienzklasse "H" angesiedelt - dies ist die Kategorie mit dem höchsten Energieverbrauch.

Dazu analysierten die Experten mehr als 10.000 Energieausweise, die im Zeitraum 1. Mai 2014 bis 30. April 2015 ausgestellt worden sind. Hintergrund der Studie ist, dass seit Anfang Mai vergangenen Jahres bei der Vermietung oder dem Verkauf einer Immobilie ein Energieausweis vorgelegt werden muss. Die Gebäudedaten werden seit diesem Zeitpunkt vom Deutschen Institut für Bautechnik gespeichert, so dass nun eine statistische Erhebung auf einer verlässlichen Datenbasis möglich ist.

Erwartungsgemäß wirkte sich in der Studie das Alter der Immobilien stark auf den Energieverbrauch aus. Während Häuser, die vor dem Jahr 2000 errichtet worden sind, in weiten Teilen große Mängel bei der Energieeffizienz aufwiesen, waren die Ergebnisse bei den Baujahren ab der Jahrtausendwende deutlich positiver.

Sowohl bei der Vermietung wie auch beim Verkauf einer Wohnimmobilie kann sich nach Ansicht von Immobilienexperten ein zu hoher Energieverbrauch wertmindernd auswirken. So erhöhen sich für Mieter die Gesamtkosten, wenn die Aufwendungen für die Heizung überproportional hoch sind. Dann wird unter Umständen eine Wohnung attraktiver, für die zwar mit einer höheren Kaltmiete, dafür jedoch mit geringeren Heizkosten zu rechnen ist. Beim Verkauf einer Immobilie wiederum setzen Kaufinteressenten meist Preisabschläge an, wenn das Gebäude nach dem Erwerb mit hohem Aufwand energetisch saniert werden muss.


Redaktion: Britta Barlage