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Tiny Houses: Der Trend zum minimalistischen Wohnen

Die hohen Grundstücks- und Immobilienpreise sowie der Mangel an bebaubarem Grund machen erfinderisch: Konzepte sogenannter Tiny Houses, Micro- oder Nano-Häuser liegen daher im Trend. Ein Verbraucherverband weist auf genehmigungsrechtliche Aspekte hin, die bei der Umsetzung eines solchen Projektes beachtet werden müssen.

Wohnen auf engstem Raum wird zunehmend auch in Deutschland beliebt.

Wohnen auf engstem Raum wird zunehmend auch in Deutschland beliebt.

(München, 21.08.2018) Die angespannte Lage am Immobilienmarkt fördert das Nachdenken über unkonventionelle Konzepte zum Wohnen oder Bauen. Der Trend der sogenannten "Tiny Houses" ist aus den USA und Asien inzwischen auch nach Deutschland übergeschwappt. Auch der eine oder andere Fertighaushersteller hat sich darauf eingestellt. So bietet etwa die Firma Schwörer-Haus "Flying Spaces" an, vollständig ausgestattete Wohnmodule, die wenig Platz beanspruchen und gegebenenfalls auch auf ein anderes Grundstück versetzt werden können. "Beim Minihaus-Konzept wird die Kompaktheit einer Wohnung gepaart mit den Vorzügen eines freistehenden Einfamilienhauses", erklärt das Unternehmen. "Pflegeaufwand, Unterhaltskosten und Wartungsarbeiten sind sehr gering – es locken Gartennutzung, der Blick ins Grüne und Privatsphäre."

Attraktiv sei das Konzept der kleinen mobilen Wohneinheiten vor allem für "junge Leute und moderne Arbeitsnomaden", stellt der Verband Privater Bauherren (VPB) fest. Doch: "Was in Amerika gut funktionieren mag, hat in Deutschland Grenzen", sagen die Bauherrenberater. In Deutschland müsse geklärt sein, ob es sich bei den Behausungen um Häuser oder Fahrzeuge handele. "Hat ein Tiny House Räder und soll auf die Straße, ist es ein Wohnwagen und muss für den Straßenverkehr zugelassen sein." Ist die Zulassung ausgestellt, "müssen die rollenden Kleinhäuser wie Wohnwagen angemeldet, versichert, versteuert und regelmäßig technisch kontrolliert werden."

Steht das Kleinsthaus dagegen auf Dauer auf einem Grundstück, muss es dort genehmigt werden wie jedes normale Wohnhaus. Und es muss alle Vorschriften erfüllen wie ein konventionelles Haus. "Wer hierzulande erwägt, sich ein Tiny House anzuschaffen, verliert schnell seine Illusionen von Freiheit und Spontanität", warnt VPB-Vertrauensanwalt Holger Freitag. Vor allem das Entgegenkommen der Bauämter für solche Wohnkonzepte hält der Experte für unwahrscheinlich: "Bebauungspläne, die speziell auf den Bau von Minihäusern zugeschnitten wären, sind zwar denkbar, aber entsprechen nicht dem Trend zur Nachverdichtung in den Innengebieten der Gemeinden."

Der VPB sieht Mikrohäuser durchaus als Alternative in der Baulandschaft, auch wenn er zu bedenken gibt, ob der Kauf eines vorfabrizierten Moduls der gehobenen Preisklasse eine Lösung darstelle. "Manche Bauherren fahren sicher besser, wenn sie sich ein kleines Haus für ihre individuellen Bedürfnisse und passend zum Grundstück vom freien Architekten planen lassen." Das habe dann auch "einen ordentlichen Wiederverkaufswert".


Redaktion: Joachim Hoffmann

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