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Trends fürs Wohnen: Convenience, Cocooning und Smart Home

Die internationale Einrichtungsmesse in Köln verzeichnete in diesem Jahr einen Besucherrekord: 1.300 Aussteller aus 50 Ländern stellten 150.000 Gästen ihre Neuheiten auf den Messen imm cologne und LivingKitchen vor. Wichtige Wohntrends 2017: Eine größere Rolle als Farben und Formen spielte in diesem Jahr der Zeitgeist mit Convenience, Cocooning und Smart Home. Auch kleine Wohnlösungen wurden thematisiert.

Einrichtungstrends: Entschleunigung ist ein wichtiges Stichwort.

Einrichtungstrends: Entschleunigung ist ein wichtiges Stichwort.

(München, 28.01.2017) Auf der Messe wurden die Trends 2017 rund ums Wohnen und Einrichten vorgestellt. Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie (VDM), zeigte sich auf der imm cologne zufrieden: "Die deutsche Möbelindustrie wird zum Ende des Jahres 2016 zum dritten Mal hintereinander ein Umsatzplus verzeichnen und erstmals die 18-Milliarden-Umsatzgrenze knacken." Der Umsatz wuchs um rund 3,5 Prozent, und für 2017 wird ein Wachstum um bis zu zwei Prozent prognostiziert. Deutsche Hersteller punkten mit gutem Design, hoher Qualität, Vielfalt und Servicequalität. Sie stellen außerdem hohe ökologische Ansprüche und bieten faire Arbeitsbedingungen im Design- und Produktionsprozess.

Die imm cologne stellte auch wieder geschickte Lösungen für "kleines Wohnen" vor. Um viel Platz zu sparen, müssen Möbel flexibler, kompakter und multifunktional werden. Ein Beispiel dafür ist ein Multifunktionstisch, der je nach Bedarf als Essplatz, Bar, Arbeitsplatz oder schwenkbares TV-Möbel dienen kann. Die Schaffung von kleineren Wohneinheiten wird wichtig, denn die Mieten steigen immer weiter – laut des Analyseinstituts empirica deutschlandweit um 8,5 Prozent innerhalb des letzten Jahres.

Ob viel oder wenig Wohnfläche zur Verfügung steht, ist für einen anderen Trend nicht entscheidend: Gemütlichkeit und Entschleunigung sind auch für die Einrichtungsindustrie wichtige Stichwörter. Das Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit wird umso intensiver, je komplizierter die Weltgeschehnisse werden. Viele Menschen ziehen sich gerne zu Hause zurück – Trendforscher nennen das "Cocooning" –, denn es lebt sich beschaulicher nach dem Motto "My home is my castle". Sogar der gemütliche, fast vergessene Ohrensessel erlebt eine Renaissance. Auffallend war auf der Möbelmesse die Bandbreite der verschiedenen Stile zwischen Minimalismus, Kitsch und Extravaganz. Ein unkonventioneller Wohnstil mit uneinheitlich ausgesuchten Möbeln und Wohnaccessoires ist en vogue – am besten in Grüntönen, denn das Farbunternehmen Pantone hat "Greenery" als Farbe des Jahres gekürt. Grün steht auch für einen gesünderen Lebensstil, Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit. Heimatdesign und Möbel im Landromantik-Stil aus Naturmaterialien wie Leder, Holz, Schiefer, Marmor oder Kork und Esstische aus massiven Holzplatten mit deutlichen Maserungen treffen den Nerv der Zeit. Bei Stoffen sind Farben und Muster von abstrakter Grafik über filigrane Ornamenten bis hin zu bunten Streifen und floralen Motiven frei kombinierbar, vor allem in Naturtönen.

Für gehobene Ansprüche setzt sich die Digitalisierung in Wohn- und Kochbereichen durch. Inzwischen können Immobilienbesitzer nicht nur die Rolladen von unterwegs hoch- oder runterfahren, sondern auch die Badewanne zu einer bestimmten Zeit mit entsprechend temperiertem Wasser füllen. Große Küchengerätehersteller werden besonders kreativ mit "smarten" Applikationen für die eigenen vier Wände. Der Backofen kann mit dem Smartphone vorgeheizt werden, der Kühlschrankinhalt wird fotografiert, um beim Einkaufen zu wissen, was fehlt. Ein Pendant für das Wohnzimmer stellte ein Polstermöbelhersteller vor: Die Modelle lassen sich per Smartphone in die richtige Position bringen. Integrierte Lautsprecher empfangen Musik von mobilen Endgeräten. Für ältere Menschen sind Smart Home Technologien eine große Erleichterung, den jüngeren bieten sie Bequemlichkeit oder "Convenience".


Redaktion: Kathrin Schubert